2006-03-09
Bundesamt für Migration, Kantone und Caritas richten Dolmetschdienst Zentralschweiz ein
Am 1. Januar 2006 hat der Dolmetschdienst Zentralschweiz seine Arbeit aufgenommen. Das Bundesamt für Migration und die Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug haben die Caritas Luzern mit der Führung einer Vermittlungsstelle für Dolmetscher beauftragt. Der Bund und die Zentralschweizer Kantone tragen je zur Hälfte die Strukturkosten des Dolmetschdienstes. Mit diesem Entscheid haben sich die Kantone für gleiche Anstellungsbedingungen, für Übersetzungsqualität und für eine einheitliche Tarif- und Honorarregelung ausgesprochen.
    Durch die Zusammenarbeit mit qualifizierten Dolmetschern soll die Verständigung in komplexen und belastenden Situationen der Bereiche Bildung, Gesundheit und Soziales mit Zugewanderten ermöglicht werden, welche die Landessprache noch zu wenig beherrschen. Der Dolmetschdienst kann nach Bedarf auch für Anliegen der Verwaltung eingesetzt werden.
    Der Dolmetschdienst Zentralschweiz bringt verschiedene Vorteile: Der Tarif von 55 Franken pro Stunde ist preiswert. Die Spesen sind kalkulierbar und transparent (im Kanton Luzern 22 Franken pro Einsatz, in den übrigen Kantonen 30 Franken pro Einsatz).
    Die ganze Administration von der Suche nach Dolmetschern bis zur Lohnauszahlung übernimmt der Dolmetschdienst Zentralschweiz von der Caritas Luzern. Er vermittelt in der Regel zertifizierte Dolmetscher, die auf ihren Berufskodex verpflichtet und für ihre Aufgabe qualifiziert sind.
    Im Pool des Dolmetschdiensts Zentralschweiz stehen rund 120 Dolmetscher für mehr als vierzig Sprachen zur Verfügung. Die meisten von ihnen sind selbst Einwanderer, die sich im Gesundheitssystem, im Sozialwesen und in der Bildung auskennen. Sie sind Schlüsselpersonen weit über ihren offiziellen Dolmetscheinsatz hinaus und oft auch in ihrem privaten Umfeld Vermittler zwischen ihren Landsleuten und der Schweizer Gesellschaft.
    Im Kanton Luzern bringt die neue Lösung für den Schulbereich die
grösste Veränderung. Bisher hat die FABIA (Fachstelle für die Beratung und Integration von Ausländerinnen und Ausländern, Luzern) Dolmetscher für die Schulen vermittelt. Mit dem neu geschaffenen Dolmetschdienst Zentralschweiz der Caritas Luzern werden die Anstellungsbedingungen harmonisiert und der gewachsenen Qualität angepasst. Dabei arbeitet die Vermittlungsstelle mit der FABIA zusammen, um eine optimale Vernetzung zu gewährleisten.
    Dem Thema Dolmetschen ist auch die nächste „Plattform Integration“ gewidmet. Die Koordinationsstelle für Ausländerfragen und Integrationspolitik des Kantons Luzern führt diese Informationsveranstaltung unter dem Titel „Verständigung ermöglichen – Der Einsatz von Dolmetschenden in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Bildung“ durch. Sie findet statt am Donnerstag, dem 16. Februar 2006, von 17.00 bis 19.30 Uhr im Paulusheim, Moosmattstrasse 4, Luzern.
    Weitere Informationen unter www.dolmetschdienst.ch.


[Text: Hansjörg Vogel (leicht redigiert von Richard Schneider).
Quelle: Medienmitteilung Staatskanzlei Luzern, 2006-02-07. Bild: Richard Schneider.] www.uebersetzerportal.de