2007-03-20
Rüdiger Wischenbart: „Literaturübersetzungen folgen den Strukturen der Macht“
Rüdiger Wischenbart weist in einem Beitrag für Perlentaucher.de darauf hin, dass sich in Deutschland die Zahl der Übersetzungen von Büchern aus dem Englischen innerhalb eines Jahrzehnts halbiert hat. Andererseits stammten immer noch 50 bis 60 Prozent aller Literaturübersetzungen von englischsprachigen Originalen. Umgekehrt seien aber nur 3 bis 6 Prozent aller weltweit veröffentlichten Buchübersetzungen Übersetzungen ins Englische. Teilweise noch drastischere Ungleichgewichte bestünden zwischen nicht englischsprachigen Ländern. „So wurden Polnisch und Chinesisch im vergangenen Jahrzehnt zu den stärksten Zielsprachen für Übersetzungen aus dem Deutschen, während umgekehrt nur ganz vereinzelt aus diesen Sprachen ins Deutsche übersetzt wird“, so Wischenbart.
     Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Er kommt nach der Analyse internationaler Übersetzungsstatistiken zu folgendem Schluss:

Übersetzungen folgen keinen kulturellen Idealen und sind auch so gut wie nie ein Dialog auf gleicher Augenhöhe. Vielmehr folgen sie den Strukturen der Macht. Sie vermitteln das Bild einer Kaskade, wo deutlich aus stärker vertretenen Sprachen in gewissermaßen nachgereihte übersetzt wird.

Den vollständigen Artikel können Sie bei Perlentaucher.de lesen.
Eine ausführlichere Fassung in englischer Sprache mit zusätzlichen Daten und Quellen hält der Autor auf seiner Website www.wischenbart.com bereit („A Global Culture and its Bottleneck“).

[Text: Richard Schneider. Quelle: Perlentaucher.de, 2007-03-16.
Bild: PhotoCase.de.] www.uebersetzerportal.de
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