2001-12-13
Bin Laden: Fünf Übersetzer für ein Video
Die Veröffentlichung des Videos, auf dem ein ca. 40 Minuten langes Gespräch Osama bin Ladens mit einem muslimischen Geistlichen zu sehen ist, hat sich durch die aufwändige Übersetzung und Untertitelung verzögert. Die Auswertung wurde außerdem durch die schlechte Tonqualität behindert.
    Zunächst war ein „unabhängiger und nicht in Regierungsdiensten stehender Experte“ mit der Übersetzung des auf Arabisch geführten Gesprächs beauftragt worden. Offenbar waren die Verantwortlichen in Washington aber mit der Übersetzung nicht vollkommen zufrieden; außerdem wollten sie auf Nummer sicher gehen. Deshalb wurde das Band nicht wie ursprünglich geplant gestern, sondern erst heute veröffentlicht. 
    Präsidentensprecher Ari Fleischer erklärte gestern, es müsse zunächst sichergestellt werden, dass die Übersetzung korrekt sei. Man habe deshalb vier unabhängige Arabisch-Übersetzer beauftragt, die vorliegende englische Übersetzung noch einmal Wort für Wort zu prüfen und sich auf eine Version des Zieltextes zu einigen. Außerdem wies er vorsorglich auf Folgendes hin: „Arabisch ist eine sehr blumige Sprache. Man muss deshalb zwischen den Zeilen lesen.“
    Zu den Übersetzern gehören George Michael von den Diplomatic Language Services und Dr. Kassem M. Wahba von der School of Advanced International Studies der Johns Hopkins University.
    Das Band wurde nach Angaben von US-Regierungsbeamten in einem von Taliban- und El-Kaida-Mitgliedern verlassenen Haus in Dschalalabad (Afghanistan) gefunden.
[Richard Schneider. Quelle: dpa, CNN, n-tv, www.defenselink.mil.] www.uebersetzerportal.de