2001-12-29
NRW-Ministerin: EU soll sich auf fünf Arbeitssprachen beschränken
Angesichts der geplanten Osterweiterung der EU hat die Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (40, SPD), vorgeschlagen, die Zahl der EU-Arbeitssprachen zu verringern. 
    „Wenn mit dem Beitritt der osteuropäischen Länder die derzeit 11 Amtssprachen voraussichtlich um 10 neue Sprachen ergänzt werden, stellt das die Funktionsfähigkeit der EU in Frage“, erklärte sie gegenüber der dpa.
    Die EU müsse sich auf die fünf Sprachen konzentrieren, die am häufigsten in der EU gesprochen werden. Dies seien Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch.
    Deutsch sei die am häufigsten gesprochene Muttersprache in Europa. Die von einigen geforderte Konzentration auf eine einzige Sprache, nämlich das Englische, lehnte Kraft aber als zu weitgehend ab.
    Derzeit arbeiten rund 2.000 Sprachmittler für die EU. Diese Zahl soll im Zuge der Osterweiterung um 1.500 aufgestockt werden. Man rechnet dabei mit Mehrkosten von bis zu 1,5 Milliarden Mark.
    Im EU-Parlament wird deshalb bereits erwogen, grundsätzlich Englisch zur Relais-Sprache zu machen. Aus allen Sprachen würde dann zunächst ins Englische und dann vom Englischen in alle weiteren Sprachen gedolmetscht und übersetzt. Dies könnte die Kosten in Grenzen halten.
    Die EU will jedoch an der Gleichbehandlung aller Mitgliedstaaten festhalten und auch künftig ihre Unterlagen in alle Amtssprachen übersetzen.
[Richard Schneider. Quelle: Dolomiten, Bonner Rundschau.]

Hannelore Kraft