2002-01-08
Cent-Aussprache: ZDF will erst einmal abwarten
Das Votum war eindeutig: 66,3 Prozent sind für die deutsche Aussprache „[ts]ent“, 33,7 Prozent für die englische Aussprache „[s]ent“. Insgesamt hatten sich 22.000 Zuschauer an der Umfrage beteiligt, zu der vergangene Woche heute-journal-Moderator Wolf von Lojewski die ZDF-Zuschauer aufgerufen hatte.
    Aber Nikolaus Brender kümmert das wenig. Der ZDF-Chefredakteur lässt offen, wie die Nachrichtensprecher und Moderatoren die Euro-Münzen künftig aussprechen werden. „Wir werden gelassen abwarten“, erklärte er am Montag.
    Die überraschend klare Zweidrittelmehrheit für eine deutsche Aussprache könnte auf die Alterstruktur der Zuschauer des oft als „Seniorensender“ verspotteten ZDF zurückzuführen sein. 
    Eine gleichzeitig von T-Online im Internet durchgeführte Umfrage erbrachte nämlich ein anderes Ergebnis. Von 26.000 Teilnehmern sprach sich eine knappe Mehrheit (48 Prozent) für die englische Aussprache aus. 45 Prozent bevorzugten die deutsche Aussprache.
    Walter Krämer, der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache, hatte an Sylvester die ZDF-Anweisung, den Cent englisch auszusprechen, kritisiert und so die Diskussion ins Rollen gebracht.
    Siehe 2002-01-05: Der Cent und die Aussprache: [s]ent oder [ts]ent?
[Text: Richard Schneider. Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten, Goslarsche Zeitung, T-Online. Bild: Brender, Krämer.]

  Kampf der Schnurrbart-
  träger: Nikolaus Brender
  (oben) und Walter 
  Krämer (unten).