2002-01-24
„Card d'Identité“? Peinlicher Übersetzungsfehler in Druckvorlage für neuen österreichischen Personalausweis
Am 08.01.2002 hatte der österreichische Innenminister Dr. Ernst Strasser (ÖVP) der Öffentlichkeit den Prototyp des neuen Personalausweises vorgestellt. In dieser Form wäre der Ausweis im französischsprachigen Ausland allerdings zur Lachnummer geworden. Denn „Personalausweis“ hatte man mit „Card d'Identité“ übersetzt. Korrekt wäre „Carte d'Identité“. 
    Ein Zeitungsleser hatte den Fehler auf einem Foto entdeckt und die Redaktion informiert. Diese setzte sich mit den zuständigen Stellen in Verbindung. 
    Ein Sprecher des Innenministeriums: „Ui, danke für den Hinweis.“ Heinrich Pawlicek, der Leiter des für die Einführung der neuen Ausweise zuständigen Referats, meint: „Ein furchtbarer Fehler. Unsere ursprüngliche Version war aber sicher richtig.“
    Die Suche nach der Fehlerquelle wurde daraufhin beim Hersteller der Karte, der Firma „Austria Card“, fortgesetzt. Firmensprecherin Renate Brunnader: „Es ist toll, dass wir darauf aufmerksam gemacht werden. Aber verantwortlich ist das Ministerium.“ 
    Gut möglich, dass man die Verantwortung dem Übersetzer in die Schuhe geschoben hätte, wenn die Ausweise so gedruckt worden wären. Möglich ist aber auch, dass an der Entwicklung des neuen Ausweises gar kein Übersetzer beteiligt war und die Übersetzungen einfach von der alten Druckvorlage fehlerhaft abgetippt wurden.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Kleine Zeitung. Bild: Strasser.]
  Hat sein Ministerium 
  geschlampt? Ernst 
  Strasser ahnte bei der
  Vorstellung des neuen
  österreichischen Per-
  sonalausweises nichts
  vom Übersetzungs-
  fehler.