2002-01-27
Untertitel in der Oper
Selbst als gewiefter Übersetzer versteht man bei fremdsprachigen Opern kaum, was auf der Bühne gesungen wird. Wer wissen will, warum dort gerade geliebt, gelacht oder gemordet wird, muss den Blick von der Bühne wenden und im Textheft blättern. Das ist lästig und nervt die Nachbarn.
    In Aachen hat man das Problem jetzt auf elegante Weise gelöst: Die deutsche Übersetzung wird zeitgleich zum Bühnengeschehen auf Tafeln links und rechts der Bühne projiziert.
    Am 2. Februar 2002 hat die Anlage ihre Feuerprobe zu bestehen. Bei Claudio Monteverdis „Orpheus“ (L'Orfeo) soll dann auch der nicht des Italienischen mächtige Opernfreund stets über das Geschehen im Bilde sein.
    Die Anschaffung der Anlage wurde allerdings erst durch eine 28.000-Euro-Spende eines Aachener Pharma-Unternehmens möglich. Als Dank erscheint zu Beginn der Vorstellung der Name des Sponsors auf den Projektionsflächen.
    In anderen Opernhäusern wie zum Beispiel Köln sind solche Unter- oder besser gesagt Übertitel bereits seit einigen Jahren üblich. 
[Text: Richard Schneider. Quelle: Aachener Nachrichten.]
  Auch die polyglotte 
  Montserrat Caballé 
  würde staunen: In
  Aachen kann der Opern-
  freund jetzt Original 
  und Übersetzung gleich-
  zeitig verfolgen. Unter-
  titel machen es mög-
  lich.