2002-02-22
Ab 1. Juli gehört die Steuernummer auf jede Rechnung
Kurz vor der Jahreswende ist das „Gesetz zur Bekämpfung von Steuerverkürzungen bei der Umsatzsteuer und anderen Steuern“ beschlossen worden und auch gleich am 1. Januar 2002 in Kraft getreten. 
    Die für alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer, und damit auch die meisten freiberuflichen Übersetzer und Dolmetscher, relevante Änderung ist § 14 Abs. 1a des Umsatzsteuergesetzes: „Der leistende Unternehmer hat in der Rechnung die ihm vom Finanzamt erteilte Steuernummer anzugeben.“
    Obwohl das Gesetz am 1. Januar 2002 in Kraft getreten ist, gilt diese Regelung erst für Rechnungen, die nach dem 30. Juni 2002 ausgestellt werden.
    Das bedeutet, dass ab 1. Juli 2002 auf allen Ausgangsrechnungen, auf denen Sie Mehrwertsteuer erheben, auch Ihre Steuernummer vermerkt sein muss. Mit „Steuernummer“ ist hier nicht die Umsatzsteuer- Identifikationsnummer gemeint, die einige Kollegen sich vom Finanzamt in Saarlouis für Auslandsgeschäfte haben zuteilen lassen. Gemeint ist die Steuernummer, die Ihnen als umsatzsteuerpflichtiger Freiberufler von Ihrem örtlichen Finanzamt genannt worden ist und die Sie bei der Umsatzsteuererklärung angeben. Diese ist übrigens in vielen Fällen mit der Einkommensteuernummer identisch.
    Problematisch bei dieser Regelung ist, dass theoretisch unbefugte Dritte Informationen über den Inhaber der Steuernummer beim Finanzamt einholen könnten, wenn die Finanzbeamten nicht die nötige Sorgfalt walten lassen. Außerdem werden diese Steuernummern in Deutschland bisher vom jeweils zuständigen Finanzamt am Firmensitz oder Wohnort vergeben; das heißt, bei jedem Umzug bekommt man eine neue Steuernummer.
    Unklarheit besteht noch darüber, ob eine Eingangsrechnung ohne die geforderte Steuernummer die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug erfüllt. Schlicht gesagt: Muss ich darauf achten, dass der Büromittelmarkt und die Tankstelle die Steuernummer auf ihre Bons drucken, damit ich diese Belege absetzen kann? In diesem Punkt ist der Gesetzestext interpretierbar und es gibt noch keine eindeutige Klärung von offizieller Seite.
    Da die Regelung erst in knapp vier Monaten greift, bleibt den Steuerfachleuten noch etwas Zeit, die praktische Umsetzung allgemeingültig zu klären. Wir werden Sie im Infoblatt Mitte Juni über den aktuellen Stand der Dinge unterrichten.
[Text: Helke Heino. Quelle: Infoblatt ADÜ Nord. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Informationen zum Infoblatt finden Sie hier.]

So herzhaft wie der deutsche Finanzminister Hans Eichel haben Anfang Februar viele Teilnehmer der Mailingliste „Partnertrans“ gelacht, als das Gerücht aufkam, künftig jede Rechnung mit der eigenen Steuernummer versehen zu müssen. 

Helke Heino ist Chefredakteurin des Infoblatts. Sie forschte nach und befragte den Steuerberater des ADÜ Nord.