2002-03-09
Und wieder war der Übersetzer schuld: niedersächsischer Ministerpräsident verplappert sich beim Arbeitsessen
Der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel (43, SPD) weilte jüngst in London, um mit den Genossen der dort regierenden Labour-Partei die Lage an sich und die Lage der Sozis im Besonderen zu diskutierten. 
    Bei einem Arbeitsessen begehrten die Briten zu wissen, wie denn die Chancen von Kanzler Schröder (SPD) bei der im Herbst anstehenden Bundestagswahl so stehen. 
    Der sich im kleinen Kreis unbeobachtet wähnende Gabriel erklärte frank und frei, dass er nach den Wahlen auf Bundesebene eine Koalition zwischen SPD und FDP favorisiere. Der rot-grünen Koalition räumte er keine große Zukunft ein. 
    Diese Journalisten zu Ohren gekommenen Einschätzungen mochte er nach dem Essen vor der Presse allerdings nicht wiederholen. Gabriel wie auch dem mitreisenden Regierungssprecher war inzwischen offenbar die Brisanz der Äußerungen bewusst geworden. 
    Pfiffig, wie Politiker nun einmal sind, erklärten sie die Angelegenheit deshalb kurzerhand zum Hör- und Übersetzungsfehler.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Nordwest-Zeitung. Bild: Landtag Niedersachsen.]

  Sigmar Gabriel