2002-03-10
EU: Schweden will Zahl der Arbeitssprachen verringern. Jedes Land soll seine Dolmetscher selbst bezahlen
Der schwedische Ministerpräsident Göran Persson hat in einem Brief an den spanischen Regierungschef und EU-Ratspräsidenten José Maria Aznar mehr Transparenz und eine effizientere Entscheidungsfindung in den Sitzungen des Europarats gefordert.
    Um Geld zu sparen und Verhandlungen zu erleichtern, sollten nach Ansicht des Schweden darüber hinaus die Delegationen verkleinert und die Zahl der Arbeitssprachen begrenzt werden. 
    Außerdem regte Persson an, dass jeder Mitgliedsstaat künftig selbst die Kosten der von ihm benötigten Dolmetscher übernimmt. Dies soll den EU-Haushalt entlasten. Und die Mitgliedsstaaten besäßen dann einen finanziellen Anreiz, auf ihre Landessprache als Arbeitssprache zu verzichten.
    Mit Blick auf die für 2004 geplante Osterweiterung rechnete Persson vor, dass für doppelt so viele Sprachen vier mal so viele Dolmetscher gebraucht würden. „Es wird bald mehr Dolmetscher als Delegierte geben.“
[Text: Richard Schneider. Quelle: Der Standard, 2002-03-07. Bild: Pressestelle Regeringskansliet.]

Göran Persson