2002-04-14
Deutsches Spracharchiv jetzt vollständig digitalisiert
Das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache (IDS) hat jetzt die Digitalisierung der 15.000 Tonbandaufnahmen des Deutschen Spracharchivs (DSAv) abgeschlossen. Das für die 1994 begonnenen Digitalisierungsarbeiten benötigte Geld wurde von der Volkswagenstiftung bereitgestellt.
    „Ein Quantensprung für das IDS. Gefährdete Tonaufnahmen sind für alle Zeit gerettet. Diese Daten können auch auf neue Datenträger problemlos übertragen werden, und sie sind immer in gleicher Qualität abrufbar", erklärt Dr. Peter Wagener vom IDS.
    Die Datenbank „Gesprochenes Deutsch“ steht Wissenschaftlern zur Verfügung, die sich mit dem Sprachwandel, Dialekten oder Gesprächsanalysen befassen. Zu Forschungszwecken können sie im Augenblick auf über tausend Tondokumente zugreifen, die bereits mit Text versehen sind. 
    Die Sprachaufnahmen werden nach und nach auch auf Hochdeutsch niedergeschrieben. Zwölf Aufnahmen einschließlich der dazugehörigen schriftlichen Version hat das IDS über das Internet allgemein zugänglich gemacht. Darunter befinden sich verschiedene Gesprächssituationen, Dialekte und unterschiedliche Sprechertypen.
    Das DSAv wurde zu Beginn der 1930er Jahre in Berlin gegründet. Über Jahrzehnte hinweg wurden Tonaufnahmen des gesprochenen Deutsch gesammelt: Dialekte, Umgangssprachen, Standarddeutsch, das Gesprächsverhalten von Menschen in verschiedenen Situationen und die verschiedenen Varianten der deutschen Sprache, die noch im Ausland gesprochen werden.
    Das DSAv im Internet: www.ids-mannheim.de/DSAv.
[Text: Richard Schneider. Quelle: IDS; Rhein-Neckar-Zeitung, 2002-03-19. Bild: IDS.]