2002-04-18
Polizeidolmetscher wegen Geheimnisverrats verhaftet
Am 17.04.2002 schnappten die Handschellen zu. Abgeführt wurde ein beamteter Polnisch-Dolmetscher der „Einsatzgruppe zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität“ (EDOK).
    Bereits einige Wochen zuvor waren der Leiter und zwei weitere Mitarbeiter der bei der Bundespolizeidirektion Wien angesiedelten Einheit verhaftet worden. 
    Ihnen wird Amtsmissbrauch und die Beteiligung an einer kriminellen Organisation vorgeworfen. Sie sollen Informationen verraten und Personen, gegen die ermittelt wurde, begünstigt haben. Dadurch sei die Arbeit der anderen EDOK-Ermittler behindert und massiv erschwert worden. Sogar das Leben der Kollegen sei gefährdet gewesen. 
    Im konkreten Fall geht es vor allem um den Verrat von Informationen an die Organisation des polnischen Mafia-Paten Jeremiasz Baranski. Dieser wurde im Sommer 2001 in Niederösterreich festgenommen. Er soll den Mordanschlag auf den früheren polnischen Sportminister Jacek Debski in Auftrag gegeben haben. Dieser war im April 2001 in Warschau auf offener Straße erschossen worden. 
    Der Dolmetscher und seine drei Kollegen bestreiten die gegen sie erhobenen Vorwürfe. Sie sehen sich als Opfer einer polizeiinternen Intrige.

So präsentiert sich die österreichische Polizei im Internet (www.polizei.at).

[Text: Richard Schneider. Quelle: orf.at, 2002-04-04/09/17. Bild: Archiv, Polizeidirektion Wien.]