2002-04-21
Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Diplom-Sprachmittlerin erzielt sensationelles Ergebnis für FDP
Cornelia Pieper, Diplom-Sprachmittlerin für Polnisch und Russisch, war als Spitzenkandidatin der FDP zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt angetreten. Mit Erfolg: Es gelang ihr, den Stimmenanteil der FDP im Vergleich zur letzten Landtagswahl zu verdreifachen auf über 13 Prozent. In den Umfragen vor der Wahl konnte sie zudem stets höhere Sympathiewerte erzielen als alle anderen Spitzenkandidaten.
    Pieper wurde 1959 in Halle geboren. Sie hat in Leipzig und Warschau Sprachwissenschaften (Polnisch und Russisch) studiert. 1982 schloss sie ihr Studium als Diplom-Sprachmittlerin ab. Danach war sie als Dolmetscherin im Tourismus- und Kulturbereich tätig. 
    1985 trat sie in die LDPD ein, wurde aber erst nach der Wende politisch aktiv. 1990 zog sie in den Magdeburger Landtag ein und wurde stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, die bis 1994 zusammen mit der CDU Sachsen-Anhalt regierte. 
    1995 wurde sie zur Vorsitzenden der völlig zerstrittenen FDP in Sachsen-Anhalt gewählt, die ein Jahr zuvor an der 5-Prozent-Hürde gescheitert und seitdem nicht mehr im Landtag vertreten war.
    Auch in der Bundespartei machte sie schnell Karriere: 1993 Mitglied des Bundesvorstandes, seit 1997 stellvertretende Bundesvorsitzende, ab 2001 Generalsekretärin. Pieper ist verheiratet und hat einen Sohn.
    Das vorläufige amtliche Endergebnis der Landtagswahl: CDU 37,3 %, PDS 20,4 %, SPD 20,0 %, FDP 13,3 %, Schill-Partei 4,5 %, Grüne 2,0 %, Wahlbeteiligung: 56,5 % (1998: 71,5 %). Damit ist die bisher regierende, von der PDS tolerierte SPD-Minderheitsregierung abgewählt. Wahrscheinlich werden CDU und FDP die neue Regierung bilden.

[Text: Richard Schneider. Quelle: diverse Fernsehsender, Archiv. Bild: Pieper, FDP.]

Cornelia Pieper