2002-07-16
Sprachpflege: GfdS empfiehlt „Gleichenehe“ statt „Homo-Ehe“
In Deutschland sind nach dem „Gesetz zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften“ seit Februar 2001 „eingetragene Lebenspartnerschaften gleichgeschlechtlicher Paare“ möglich. Diese werden von den Medien meist als „Homo-Ehe“ bezeichnet.
    Die Wiesbadener Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ist mit diesem Ausdruck nicht zufrieden. Im alltäglichen Sprachgebrauch sei er immer noch mit negativen Assoziationen behaftet. Zudem sei das Wort „Homo“ männlich besetzt und somit als Oberbegriff für männliche und weibliche Partnerschaften ungeeignet. In der Presse tauche der Ausdruck in der Regel in Anführungszeichen oder mit dem Zusatz „so genannt“ auf. 
    In ihrer Zeitschrift „Der Sprachdienst“ hatte die GfdS deshalb letztes Jahr dazu aufgefordert, Vorschläge zur Schließung dieser Sprachlücke einzusenden. 
    Nach Sichtung der rund 400 eingegangenen Vorschläge empfiehlt die Gesellschaft, den Ausdruck „Homo-Ehe“ durch „Gleichenehe“ zu ersetzen. Damit könne „die Ehe unter Gleichen gut und treffend bezeichnet werden“. Zur weiteren Auswahl standen unter anderem „Similarehe“, „Regenbogenehe“, „Ehenoid“ und „Treuebund“. 
    Die Partnerschaft von Frauen solle als „Frauenehe“, die von Männern als „Männerehe“ bezeichnet werden. Weitere Vorschläge lauteten „Fehe“ und „Mehe“ sowie „Feminat“ und „Maskulat“. 
    Eine besondere Bezeichnung der Partner ist nach Ansicht der GfdS nicht erforderlich, es sollten „meine Frau“ und „mein Mann“ genügen. 
[Text: Richard Schneider. Quelle: Rheinische Post, 2002-07-12. Bild: Internet-Fundsache, GfdS.]


Prof. Dr. Rudolf Hoberg, Vorsitzender der GfdS