2002-07-23
Finanzminister lehnen Antrag der EU-Kommission auf 500 zusätzliche Stellen für Übersetzer und weitere Fachleute ab
In Brüssel ist ein Streit über die Finanzierung neuer Beamter für die geplante Osterweiterung der Europäischen Union ausgebrochen. 
    Die Finanzminister der 15 EU-Staaten haben am 19.07.2002 die Forderung der EU-Kommission zurückgewiesen, im kommenden Jahr 500 neue Stellen zu schaffen. Dabei geht es vor allem um Übersetzer, aber auch andere Fachleute.
    EU-Haushaltskommissarin Michaele Schreyer (51) hatte einen Entwurf vorgelegt, der zur Finanzierung dieser Stellen eine Aufstockung des Haushalts um 2,7 Prozent vorsah.
    Die Regierungen der Mitgliedstaaten hatten sich jedoch darauf verständigt, die Ausgaben im kommenden Jahr um lediglich 1,4 Prozent auf knapp 97 Milliarden Euro zu erhöhen. „Für Deutschland ist es wichtig, dass das Ergebnis bei 1,4 oder im Kompromiss unter 2,0 Prozent liegt“, betont Caio Koch-Weser (58), Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. 
    Diese Vorgabe lässt allenfalls 270 zusätzliche Beamtenstellen zu. Um alle 500 benötigten Stellen einzurichten, muss die EU jetzt an anderer Stelle sparen und Umschichtungen im Haushalt vornehmen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Nordwest Zeitung, Sindelfinger/Böblinger Zeitung, Süddeutsche Zeitung, 2002-07-20.]

EU-Kommissarin 
Michaele Schreyer


Spielverderber 
Caio Koch-Weser. 
Der Deutsch-Brasilianer spricht sieben Sprachen.
Sein Großvater war liberaler Justiz- und Innenminister der Weimarer Republik