2002-08-07
Sommerakademie „philologia baltica“ an Uni Greifswald: Fortbildung für Übersetzer aus Lettland und Litauen
Vom 5. bis 9. August 2002 findet am Institut für Baltistik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald die 5. Sommerakademie „philologia baltica“ statt. Diese soll für junge Letten und Litauer ein Forum der Weiterbildung und des Austausches sein.
    Da es in Deutschland kaum Ausbildungsmöglichkeiten für Lettisch- und Litauisch-Übersetzer gibt, kommt der Sommerakademie eine besondere Bedeutung zu. Kein Wunder, dass das Interesse von Jahr zu Jahr zunimmt. Diesmal gingen für die 12 Plätze über 30 Bewerbungen ein. Das Institut vergibt Stipendien, mit denen die Kosten für Verpflegung und Unterkunft während des einwöchigen Aufenthalts in Greifswald abgedeckt werden können.
    Die Teilnehmer aus Lettland und Litauen erwartet ein volles Programm. Und wie immer hat das Institut für Baltistik führende Wissenschaftler aus ganz Deutschland als Dozenten rekrutiert.
    „Der Unterrichtstag zerfällt in zwei Einheiten. In der ersten werden textanalytische Fähigkeiten und Übersetzungstechniken vermittelt. Die zweite Einheit ist pures Übersetzungstraining", erklärt Nicole Baumgarten (29), eine der Seminarleiterinnen.
    „Der Bedarf an qualifizierten Übersetzern für Litauisch und Lettisch ist in den baltischen Republiken, Deutschland und letztlich auch in Europa gestiegen“, sagt Prof. Dr. Jochen D. Range, Direktor des Instituts für Baltistik. Der Grund: Im Zuge der Osterweiterung der EU sollen die beiden Länder schon bald in die Gemeinschaft aufgenommen werden. 
    Das 1993 gegründete Institut für Baltistik gehört zu den wenigen voll ausgebauten baltistischen Lehr- und Forschungseinrichtungen der Welt. In Deutschland ist es das Einzige seiner Art. Forschungsschwerpunkte sind die Kultur- und Sprachenkontaktforschung, die Edition altlitauischer Texte sowie die Übersetzungstheorie und -praxis. Die Greifswalder haben Partnerschaftsverträge mit den Universitäten Vilnius, Klaipeda und Riga abgeschlossen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Pressemitteilung Uni Greifswald; Ostsee-Zeitung, 2002-08-06. Bild: Uni Greifswald, Michaela Reinhardt.]


Nicole Baumgarten