2002-08-16
Laith Al-Deen: „Deutsch ist eine sehr reiche Sprache. Alle sehen das ein außer den Deutschen selbst“
Der Mannheimer Popsänger Laith Al-Deen hält seine Nominierung für den Medienpreis „Comet“ in der Kategorie „R&B/Hip Hop National“ für „absurd“. Falls er den Preis bekommt, will er ihn ablehnen. 
    „Ich kämpfe damit gegen die R&B-Schublade und für die Anerkennung deutschsprachiger Popmusik“, so Al-Deen. „Wir übernehmen amerikanische Musikkategorien wie Rhythm and Blues, ohne selbst etwas zu entwickeln. Ich singe Deutsch, ich schreibe Deutsch, ich empfinde Deutsch. Eigentlich bin ich Volksmusiker im Bereich Pop.“ 
    Jede deutschsprachige Popmusik gelte gleich als Kitsch. Das große Potenzial deutschsprachiger Musiker werde nicht genutzt. Al-Deen: „Dagegen will ich auftreten.“ 
    Die Ablehnung der Nominierung richte sich nicht gegen den Preis selbst oder gegen den Musiksender Viva, er wolle vielmehr auf ein allgemeines Problem in Deutschland hinweisen. 
    Ihm als „Halb-Ausländer“, wie sich der Sohn eines Irakers und einer Deutschen selbst bezeichnet, falle es vielleicht leichter, auf ein solches Problem hinzuweisen. „Vom Grundgedanken her werbe ich einfach dafür, die deutsche Sprache zu nutzen. Sie ist eine sehr reiche Sprache, alle sehen das ein außer den Deutschen selbst.“
    Der Comet wird von Viva, Viva Plus und ZDF heute zum achten Mal im Rahmen der Musikmesse „PopKomm“ in Köln vergeben.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Remscheider Generalanzeiger, 2002-08-13; Rhein-Neckar-Zeitung, 2002-08-15; netzeitung, 2002-08-16. Bild: Sony, Viva.]

Laith Al-Deen


Medienpreis „Comet“