2002-09-30
30. September: Todestag von Hieronymus, dem Schutzpatron aller Übersetzer
Der große Gelehrte Sophronius Eusebius Hieronymus übersetzte zahlreiche Werke (u.a. die Bibel) aus dem Griechischen ins Lateinische. Lange Jahre lebte er als Einsiedler in der Wüste – eine Arbeitssituation, die auch heutigen Übersetzern vertraut ist. Weitere Parallelen sind sein nichtlinearer Lebenslauf und das Hin- und Hergerissensein zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen.
    Seine Sprachkenntnisse im Hebräischen, Griechischen und Lateinischen sowie sein Überblick über die Wissenschaften waren für seine Zeit außergewöhnlich. Im Urteil der Nachwelt war er ein vorzüglicher Übersetzer. Insgesamt beherrschte er sieben Sprachen.
    Wesentliche Charakterzüge sollen eine zügellose Energie und ein nahezu fanatischer Einsatz für die „wahre“ Kirche gewesen sein, was ihm allerlei Ärger mit korrupten, verweltlichten Würdenträgern einbrachte.
    Geboren wurde er 342 oder 347 in Stridon, an der Grenze der römischen Provinzen Dalmatien und Pannonien (heute Sdrin, Kroatien). Gestorben ist er 419 oder 420 in Bethlehem. Wer ihm dort Blumen aufs Grab legen möchte, wird ihn nicht mehr antreffen, denn im 13. Jahrhundert wurden seine Gebeine nach Rom überführt.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Div. Lexika. Bild: Archiv.] www.uebersetzerportal.de