2002-10-18
„Why cry baby?“ – Gerät dolmetscht Babygeschrei
Der spanische Ingenieur Pedro Monagas Asensio hat ein Gerät entwickelt, mit dem das Geschrei von Säuglingen analysiert und interpretiert wird.
    Die Idee sei ihm bei der Betreuung seines Sohnes gekommen: „Ich wollte herausfinden, was er mir sagen wollte.“ Drei Jahre lang habe er die Schreimuster von etwa 100 Babys untersucht. 
    Das Gerät mit der Bezeichnung „Why cry baby?“ hat die Größe eines Taschenrechners und wird mit einer Batterie betrieben. Im Anzeigefeld erscheint in Form von Gesichtssymbolen die Übersetzung. Ein lächelndes Gesicht mit geschlossenen Augen bedeutet zum Beispiel „Ich bin müde“. Nach Angaben des Entwicklers besitzt das Gerät eine Zuverlässigkeit von 98 Prozent. 
    Kinderärzte bezweifeln jedoch die Nützlichkeit dieser Dolmetschfunktion. Jede erfahrene Mutter könne auch so unterscheiden, ob das Kind hungrig sei, Schmerzen habe oder einfach nur müde sei.
    Da das Gerät aus einem Sende- und einem Empfangsteil besteht, kann es wie ein handelsübliches Babyphon eingesetzt werden. Dabei nimmt es nicht nur Umgebungsgeräusche wahr, sondern analysiert auch die Herztöne und schlägt bei Bedarf Alarm. Außerdem misst es die Raumtemperatur, die relative Luftfeuchtigkeit und die Lichtintensität. Es erkennt sogar, ob das arme Kind Zugluft abbekommt. Und es besitzt einen Wecker, der klingelt, wenn es wieder Zeit ist, den Säugling zu stillen.
    Ab Ende Oktober soll das Gerät für 95 Euro in spanischen Apotheken zu haben sein.
    Über ein ähnliches Wunderwerk der Sprachtechnologie haben wir letzten Monat bereits berichtet: „Bowlingual“: Computer dolmetscht Gebell von 50 Hunderassen ins Japanische (2002-09-28).
[Text: Richard Schneider. Quelle: Berliner Morgenpost 2002-10-18.]