2002-10-24
Grönemeyer vermisst die deutsche Sprache
Der Sänger Herbert Grönemeyer (46) bereitet nach mehreren Jahren in London nun seine Rückkehr nach Deutschland vor. Neuer Wohnort des Bochumers wird Berlin sein. „Dann kaufe ich mir eine Kiste Mohrenköpfe, Vollkornbrot und eine Fleischwurst, und das Leben fängt wieder an.“ Neben diesen kleinen Dingen des Alltags vermisse er in England aber vor allem die deutsche Sprache. 
    In der Fachzeitschrift musikexpress fragt ein Leser, woran es liegt, dass nur wenige Künstler mit deutschsprachiger Popmusik im Ausland erfolgreich sind. Grönemeyer antwortet: 
Die deutsche Sprache stößt – ganz anders als die französische, italienische oder spanische – zunächst mal auf Vorbehalte im Ausland. Gerechterweise, aufgrund der faschistischen Vergangenheit. Und auf der anderen Seite hat es mit dem eigenen Selbstverständnis zu tun. Aber wenn man an die Kunstlieder von Schubert und Schumann oder Brecht und Weill denkt ... und es gab ja auch schon mal Hits von Falco, Nena und Rammstein, das geht schon. Aber das Selbstbewusstsein muss auch noch steigen. Es ist auch mein Traum, irgendwann deutsch singend überall zu spielen. Wir haben diese Vergangenheit, deshalb wird es etwas länger dauern.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Saarbrücker Zeitung 2002-10-25, Rhein-Zeitung 2002-08-29, musikexpress November 2002. Bild: Grönemeyer.]

Herbert Grönemeyer