2002-10-26
Klaus Reichert neuer Präsident der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung
Die Mitgliederversammlung der Akademie für Sprache und Dichtung hat Klaus Reichert (64) zum Nachfolger von Christian Meier (73) gewählt, der sich nicht mehr zur Wiederwahl stellte.
    Reichert ist Professor für Anglistik und Amerikanistik an der Universität Frankfurt am Main. Nächstes Jahr wird er 65. Dann will er seinen Lehrstuhl aufgeben und als rüstiger Rentner für die Akademie wirken.
    In den sechziger Jahren war er Lektor beim Suhrkamp-Verlag und hat sich auch als Übersetzer von Shakespeare, Lewis Carroll und Robert Creeley einen Namen gemacht. In einigen Monaten erscheint bei Hanser eine Sammlung seiner Aufsätze über das Übersetzen. 
    Der emeritierte Freiburger Professor Uwe Pörksen (67) unterlag bei der Wahl zum Präsidenten. Er wurde aber ebenso wie Peter Hamm (48, Lyriker, Schriftsteller und Literaturkritiker) und Ilma Rakusa (56, Schriftstellerin und Übersetzerin, Zürich) in das Amt des Vizepräsidenten gewählt. 
    Den Beirat bilden Peter von Matt (65, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Zürich), Heinrich Detering (43, Professor an der Uni Kiel), Harald Hartung (70, emeritierter Professor der TU Berlin, Lyriker), F.C. Delius (59, Schriftsteller, Berlin) und Joachim Kalka (54, Literaturübersetzer, Lehrbeauftragter an der Uni Tübingen).
    Die Mitgliederversammlung fand im Rahmen der Herbsttagung der Akademie statt. Bei der Eröffnung wies Christian Meier darauf hin, dass die deutsche Sprache immer mehr an Bedeutung verliere. Deutsche Wissenschaftler und Manager verständigten sich oft nur noch auf Englisch. „Ich habe deshalb darum gekämpft, dass die deutsche Sprache in ihrer vollen Breite und Tiefe erhalten bleibt. Und mein Nachfolger wird dies auch tun müssen“, so der Historiker.
    Die Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung wurde 1949 als eingetragener Verein gegründet und gilt als elitärste Sprachpflege-Organisation im deutschsprachigen Raum. Die Zahl der ordentlichen Mitglieder ist auf 100 beschränkt. Neue Mitglieder müssen der Mitgliederversammlung vorgeschlagen und von ihr gewählt werden. Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben.
    Der Verein finanziert sich zu 90 Prozent aus öffentlichen und zu 10 Prozent aus privaten Mitteln. Geldgeber sind unter anderem der Bund, das Land Hessen und die Stadt Darmstadt.


Der scheidende Präsident Christian Meier (links) 
und sein Nachfolger Klaus Reichert nach der Wahl

[Text: Richard Schneider. Quelle: Darmstädter Echo, nordwest.net  2002-10-25. Bild: Darmstädter Echo.]


Klaus Reichert