2002-11-05
Traumjob im Kosovo: KFOR-Dolmetscher für 420 Euro pro Monat
Grundschullehrer David Kcira (42) arbeitet im Kosovo als Dolmetscher für die Bundeswehr. Dafür erhält er 420 Euro pro Monat. Für deutsche Verhältnisse ist das wenig Geld.
    Aber Kcira erklärt, wie die Verdienstverhältnisse im Kosovo aussehen: „Ein Arzt verdient etwa 150 Euro im Monat, ein Lehrer 140 Euro.“ Doch die Lebenshaltungskosten sind ähnlich hoch wie in Westeuropa. Und so arbeiten viele Kosovaren, die Deutsch können, als Sprachmittler für die zur KFOR-Truppe gehörenden Bundeswehreinheiten. 
    „Ich arbeite seit einem Jahr für die KFOR-Schutztruppe“, sagt Kcira. „Ich verdiene als Dolmetscher 420 Euro, dazu als Grundschullehrer 140 Euro.“ Und doch reicht dieses vergleichsweise fürstliche Salär nicht aus, um die 30-köpfige Großfamilie vom drei Monate alte Baby bis zur 94-jährigen Großmutter zu ernähren. Deshalb baut die Familie Gemüse an und backt Brot, um über die Runden zu kommen. „Wir halten auch elf Kühe und 22 Schweine. Auch Hühner haben wir.“
    David Kcira lebt spartanisch, macht aber einen zufriedenen Eindruck. „Wir haben ein tolles Verhältnis zu den Deutschen“, strahlt er. „Denn sie bauen das Land wieder auf.“ Wie viele seiner Landsleute wünscht er sich, dass die Soldaten noch möglichst lange bleiben. 


Von den Kosovaren bejubelt, von den Serben mit Steinen beworfen: Die 4.500 Mann der Bundeswehr, die seit 1999 im Rahmen der KFOR-Schutztruppe mit Waffen Frieden schaffen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung 2002-10-10. Bild: Bundeswehr.]