2002-11-21
Mord an Dolmetscherin UN-Polizist zu 13 Jahren Haft verurteilt
Ein internationales Gericht in Pec (Kosovo) hat am 12. November 2002 den ägyptischen UN-Polizisten Sherif Abd Elaziz (33) für schuldig befunden, die albanische Dolmetscherin Vlora Berbati (23) in seiner Wohnung durch Schüsse so schwer verletzt zu haben, dass sie später daran starb.
    Der Polizist hatte die Tat, die sich am 5. Januar 2002 ereignete, gestanden. Allerdings sprach er von einem Unfall. Er sagte, er habe die Frau nicht töten wollen. Im Anschluss an die Bluttat hatte er sich selbst durch Schüsse verletzt.
    Richter Hans Breuer wertete die Tat als spontanen Akt und verurteilte den Angeklagten zu 13 Jahren Haft, die dieser im Kosovo verbüßen muss. Die Höchststrafe wären 40 Jahre gewesen. Die Angehörigen der Toten reagierten empört auf die ihrer Ansicht nach zu geringe Strafe.
    Der Polizist und die Dolmetscherin hatten im Rahmen des UN-Einsatzes im Kosovo beruflich miteinander zu tun. Offenbar hatten sie sich ineinander verliebt. Der in seinem Heimatland Ägypten verheiratete Mann versprach, sich von seiner Frau scheiden zu lassen. Nach einiger Zeit glaubte die junge Dolmetscherin jedoch nicht mehr an diese Versprechungen und kündigte ihm an, das Verhältnis beenden zu wollen. Daraufhin griff der Mann zur Waffe.


Der Chef der UN Police Task Force, Horst Tiemann, im Gespräch mit einem Einwohner von Hadzici bei Sarajevo

[Text: Richard Schneider. Quelle: Braunschweiger Zeitung 2002-10-31, Süddeutsche Zeitung 2002-11-14. Bild: UNCIVPOL.]