2002-11-26
Rechtsanwältin Dr. Elisabeth Rech: „Vernehmung durch nicht beeidete Dolmetscher ein Missstand“
Dr. Elisabeth Rech, Rechtsanwältin in Wien, beklagt in einem Zeitungsartikel Missstände bei der Arbeit der Gerichts- und Polizeidolmetscher in Österreich:
    „Die österreichische Strafprozessordnung verfügt in § 100, dass bei einer nicht gerichtsüblichen Sprache ein ,beeideter' Dolmetscher beizuziehen ist. Eine Person also, deren besondere Sachkenntnis und Vertrauenswürdigkeit geprüft wurde und die auch weiterhin der Kontrolle unterliegt. Man wird daher bei Vernehmungen vor den Strafgerichten keinen Dolmetscher vorfinden, der nicht in die Liste der gerichtlich beeideten Dolmetscher eingetragen ist.
    Nicht so jedoch vor den Sicherheitsbehörden. Hier werden zu einem großen, wenn nicht sogar mittlerweile überwiegenden Teil Personen für Übersetzungen herangezogen, die die genannten Voraussetzungen in keiner Weise erfüllen. Weder haben sie eine Ausbildung für diese Tätigkeit, noch werden ihre persönlichen Verhältnisse, die Aufschluss über ihre Angreifbarkeit und damit Objektivität geben können, nachvollziehbar überprüft. Voraussetzung ist lediglich, dass sie die jeweilige Fremdsprache sprechen. Wie gut, ist bereits ein anderes Thema.“
    Den vollständigen Artikel können Sie im Online-Angebot der Salzburger Nachrichten lesen:
[Externer Link. Möglicherweise nicht mehr gültig.]
[Text: Richard Schneider. Quelle: Salzburger Nachrichten 2002-08-03. Bild: Rech.]

Elisabeth Rech