2002-12-05
Indiosprache Aimará übernimmt Mittlerfunktion in MÜ-System
Aimará ist die 4000 Jahre alte Sprache der rund um den Titicacasee lebenden Indios. Sie wird heute noch von 1,5 Mio. Menschen gesprochen. 
    Der bolivianische Mathematiker Iván Guzmán de Rojas (68) glaubt, dass Aimará eine künstliche Sprache ist: „Sie [die Indios] müssen die Regeln der Algebra und der dreiwertigen Logik gekannt haben.“ Der mathematisch-logische Aufbau von Aimará lässt keine Zweideutigkeiten zu. Daher kann die Sprache gut eine Mittlerfunktion bei der maschinellen Übersetzung (MÜ) übernehmen.
    Guzmán de Rojas bastelt seit 1985 an einem Übersetzungsprogramm für sechs Sprachen, das versucht, diese Idee umzusetzen. Die „Atamiri“ (Kommunikator) getaufte Software arbeitet im Gegensatz zu anderen Systemen nicht mit Sprachpaaren (z.B. en-de, de-en), sondern überträgt die Ausgangssprache zunächst in Aimará und von dort in die Zielsprache – ein Quantensprung, dessen Vorteile auf der Hand liegen.
    Mehr dazu in den Salzburger Nachrichten. Die Seiten des Atamiri-Projekts finden Sie unter www.atamiri.cc (es, en). Infos zur Sprache Aimará unter www.aymara.org (es).
[Externe Links. Möglicherweise nicht mehr gültig.]


[Text: Richard Schneider. Quelle: Salzburger Nachrichten 2002-05-29. Bild: www.atamiri.cc, www.aymara.org.]


Iván Guzmán de Rojas