2002-12-12
In Frankreich heißt der „Klammeraffe“ jetzt offiziell „arrobe“
Im Französischen hatte der „Klammeraffe“ bislang keine offizielle Bezeichnung. Die Commission générale de terminologie et de néologie hat diesen unhaltbaren Zustand nun beendet. Im Journal Officiel empfiehlt sie den Ausdruck „arrobe“ für das @-Zeichen. 
    Am weitesten verbreitet ist aber zurzeit ein anderes Wort, nämlich „arobase“. Beide leiten sich vom alten spanischen und portugiesischen Gewichtsmaß „Arroba“ ab, bei dem eine Einheit 12,780 kg entspricht. „Arroba“ wiederum kommt aus dem Arabischen. „Ar-roub“ bedeutet „ein Viertel“.
    Christine Ouvrard vom Lexikon- und Wörterbuchverlag Larousse zu dem amtlichen Vorschlag: „Kein Mensch benutzt ,arrobe'. Die Behörden können gerne Verordnungen erlassen, aber im Wörterbuch dokumentieren wir den Sprachgebrauch.“ Das Wort werde erst dann in die Larousse-Standardwerke aufgenommen, wenn es sich in der Praxis durchgesetzt habe. „Arobase“ steht schon seit einigen Jahren drin.
    Der Beitrag im Journal Officiel enthält noch weitere Übersetzungsvorschläge für Ausdrücke aus dem Internet-Bereich. Ein Webring soll im Französischen künftig nur noch als „anneau de site“, eine Website als „site“ und ein Portal als „portail“ bezeichnet werden.
    Die Kommission untersteht dem Premierminister und besteht aus 19 Mitgliedern. Ihr Vorsitzender ist seit 1996 Gabriel de Broglie (71), der 2001 in die Académie Française gewählt wurde.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Netzeitung 2002-12-11, Yahoo-News 2002-12-09, Infosjeunes 2002-12-12, Letelegramme 2002-12-12, Spiegel 2002-12-10. Bild: Académie Française.]


Gabriel de Broglie