2002-12-20 (2002-12-21 aktualisiert)
Zwei Dolmetscher bei Anschlag in Kabul ums Leben gekommen
Bei einem Anschlag in Kabul sind am Donnerstag zwei afghanische Dolmetscher schwer verletzt worden. Einen Tag später erlagen sie ihren Verletzungen. Einer arbeitete für die Bundeswehr, der zweite für eine französische Entwicklungshilfeorganisation.
    Das Attentat ereignete sich vor „Camp Warehouse“, dem Hauptstützpunkt der Bundeswehr, in dem auch Soldaten anderer Nationen stationiert sind. 
    Der Attentäter, ein 45-jähriger Afghane „mit zwei Beinprothesen“ wie es heißt, zündete in einer Warteschlange vor dem Eingang eine Handgranate. Bei der Explosion kam er ums Leben. Neben den beiden Dolmetschern wurden auch zwei französische Entwicklungshelfer verletzt, einer davon schwer.
    In Kabul sind rund 4.800 Soldaten aus 22 Ländern stationiert, darunter 1.200 Deutsche. „Camp Warehouse“, ein ehemaliges Baustofflager, befindet sich zehn Kilometer östlich vom Zentrum der afghanischen Hauptstadt.
    Die internationale Schutztruppe (International Security Assistance Force, ISAF) unterstützt die afghanische Regierung unter Hamid Karsai. Seit Ende des Krieges vor knapp einem Jahr hat es wiederholt regierungs- und ausländerfeindliche Angriffe und Attentate gegeben.


Bundeswehr-Soldat auf Patrouille in Kabul

[Text: Richard Schneider. Quelle: Mannheimer Morgen, Die Welt, Rheinische Post, Freie Presse, Handelsblatt 2002-12-19; FTD 2002-12-20, Die Welt 2002-12-21. Bild: Bundeswehr.]