2002-12-21
„Teuro“ Wort des Jahres 2002
Die Wiesbadener Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat gestern die von einer Jury gekürten Wörter des Jahres 2002 bekannt gegeben: 
  1. Teuro

  2. Kreative und prägnante Wortschöpfung aus „teuer“ und „Euro“. Bringt das subjektive Empfinden vieler Menschen zum Ausdruck, dass durch die Euro-Einführung vieles teurer geworden ist. (Auch wenn dies insgesamt betrachtet nachweislich nicht stimmt, wie das ebenfalls in Wiesbaden beheimatete Statistische Bundesamt am selben Tag noch einmal betonte. Die Inflationsrate ist mit zurzeit 1,1 Prozent nicht höher, sondern eher niedriger als zu DM-Zeiten.)
  3. PISA-Schock

  4. Die Wirkung der der PISA-Studie, die dem deutschen Bildungssystem eine schlechte Note ausstellte.
  5. Jahrtausendflut

  6. Das Hochwasser an Oder und Elbe.
  7. Kakophonie

  8. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat diesen bildungssprachlichen Ausdruck wiederbelebt, um die Missklänge in der rot-grünen Koalition zu benennen.
  9. Ich-AG

  10. Ausdruck aus dem Hartz-Papier zur Reform der Arbeitsvermittlung.
  11. Bush-Krieger

  12. Kreative Wortschöpfung des Nachrichtenmagazins „Spiegel“.
  13. Job-Floater

  14. Ausdruck aus dem Hartz-Papier zur Reform der Arbeitsvermittlung.
  15. verhunzingern

  16. Bezeichnet eine bestimmte Form von Lobbyismus in Anlehnung an den umtriebigen Frankfurter PR-Unternehmer Moritz Hunzinger. „Eine im Deutschen seltene Ableitung aus einem Familiennamen.“
  17. Arzneimittelausgabenbegrenzungsgesetz

  18. Herrliches Beispiel für die Kompositabildung im Deutschen.
  19. „Es gibt nur ein' Rudi Völler!“

  20. Der „Satz des Jahres“ entstand als Tribünengesang zu Ehren des Bundestrainers bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Korea. Trotz einer allenfalls zweitklassigen Truppe wurde Völler mit viel Glück Vizeweltmeister – und eine Art Nationalheld.
155 Vorschläge wurden dieses Jahr von GfdS-Mitgliedern und Außenstehenden eingesandt, darunter 12 Mal „Teuro“. Bei der Wahl zum Wort des Jahres kommt es nach Angaben des GfdS-Vorsitzenden Rudolf Hoberg jedoch nicht nur auf die statistische Häufigkeit an. Ein Ausdruck müsse auch für das betreffende Jahr typisch sein.
[Text: Richard Schneider. Quelle: GfdS, Stuttgarter Nachrichten 2002-12-20, Heilbronner Stimme 2002-12-21. Bild: GfdS.]


„Es gibt nur ein' 
Rudi Völler!“


... und auch nur ein'
Rudolf Hoberg