2002-12-29
Spiegel-Artikel zur Berliner Korruptionsaffäre
Jetzt berichten nicht mehr nur die Berliner Lokalzeitungen über die Korruptionsaffäre am Berliner Landeskriminalamt, in deren Mittelpunkt ein Dutzend Dolmetscher steht. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel fasst in der morgen erscheinenden Ausgabe die Ereignisse zusammen und liefert einige neue Details:
  • Bei den zwölf Beschuldigten handelt es sich um Sprachmittler für Türkisch und Arabisch.
  • Die beschuldigten Dolmetscher haben der Polizei insgesamt 70 Rechner zur Verfügung gestellt (bislang war nur von 24 die Rede).
  • Den Vertrag zur Überlassung der Computer hat der Hauptbeschuldigte Kemal E. (52) bereits 1995 mit Zustimmung des damaligen Berliner Polizeipräsidenten Hagen Saberschinsky (63) abgeschlossen, obwohl ein ranghoher Polizeibeamter rechtliche Bedenken hatte. Der damalige Innensenator Dieter Heckelmann (CDU) wusste von den Vorgängen.
  • Das „große Übersetzungsbüro aus Nordrhein-Westfalen“, dessen Name in der Presse noch nicht genannt wird, hat seinen Sitz im Ruhrgebiet. Es hatte Mitte der 1990er Jahre versucht, mit dem Angebot zur kostenlosen Überlassung von Computern bei der Berliner Polizei Fuß zu fassen.
  • Die Westberliner Polizei darf erst seit dem Mauerfall Telefongespräche abhören. Vorher war dies ein Privileg der Alliierten. Deshalb drängten Anfang der neunziger Jahre zahlreiche Anbieter in diesen für die Berliner Sprachmittlerszene neuen und lukrativen Markt.
Den vollständigen Artikel können Sie im Online-Angebot des Spiegels lesen. [Externer Link. Möglicherweise nicht mehr gültig.] Siehe hierzu auch unser Dossier.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Spiegel 1/2003. Bild: Polizei Berlin.]