2003-03-21
Irak-Krieg: Englisch- und Arabisch-Dolmetscher gut im Geschäft
Kein Fernsehsender kommt dieser Tage ohne uns aus. Sowohl in den Redaktionen als auch bei den Korrespondenten vor Ort sind Dolmetscher und Übersetzer rund um die Uhr im Dauereinsatz.
    Und ist das Gemetzel erst einmal vorbei, sind wir als Sprachmittler zwischen Einheimischen, Besatzern und der internationalen Hilfsindustrie unentbehrlich. So gehört auch unsere Branche stets ein wenig zu den Kriegsgewinnlern.
    ZDF-Korrespondent Tom Sievers berichtet aus Kuwait-Stadt: „Findige pakistanische Taxifahrer mieteten fast über Nacht sämtliche Geländewagen Kuwaits an, am nächsten Morgen standen sie frisch gereinigt für den doppelten Mietpreis auf dem Hotelparkplatz. Ortskundige Übersetzer und findige Reiseführer durch den kuwaitischen Behördendschungel verlangen seit Montag stattliche Managergehälter.“
    Andrea Nüsse schildert im Berliner Tagesspiegel die Lage in der jordanischen Hauptstadt: „Nicht zuletzt ist Amman für hunderte Journalisten der Standort für die Berichterstattung über den Krieg geworden. Am Montag und Dienstag trafen zahlreiche Journalisten, die bis zuletzt aus Bagdad berichtet haben, in Jordanien ein, auch die ARD-Korrespondenten. Übersetzer, Hotels und Autovermieter machen dieser Tage die Geschäfte ihres Lebens.“


Bagdad am 21.03.2003

[Text: Richard Schneider. Quelle: Tagesspiegel 2003-03-19, ZDF online 2003-03-19. Bild: n-tv, N24.]