2003-03-29
„Mehr Aufträge als Dolmetscher“ – Gebärdensprache im Aufwind
„Wir haben mehr Aufträge als Dolmetscher“, erklärt Simone Scholl, Dozentin für Gehörlosensprache an der Universität Hamburg. Durch das Bundesgleichstellungsgesetz, das im vergangenen Jahr in Kraft trat, haben Gehörlose beim Umgang mit Bundesbehörden Anspruch auf einen  Dolmetscher. 
    In Hamburg stellt man fest, dass heute auch Menschen die Gebärdensprache erlernen, die vorher noch keinen Kontakt zu Gehörlosen hatten. Doch nicht jeder Bewerber ist geeignet. Unbedingt erforderlich sind Sprachgefühl, das überdurchschnittlich gute Beherrschen der Muttersprache, eine breite Allgemeinbildung, die Fähigkeit, sich schnell in neue Fachgebiete einarbeiten zu können und gute Umgangsformen. 
    „Wer gut ist, verdient dabei genug“, sagt Scholl. Wer die Besonderheiten im Umgang mit Gehörlosen nicht beherrsche, habe es als Freiberufler jedoch schwer. Denn die Gruppe der Gehörlosen sei gut vernetzt. Es spreche sich schnell herum, wer unsympathisch sei. Solche Dolmetscher bekämen dann weniger Aufträge.
    Den vollständigen Artikel können Sie in der Berliner Zeitung lesen. Das Institut für deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser (IDGS) der Uni Hamburg finden Sie hier
[Externer Link. Möglicherweise nicht mehr gültig.]
[Text: Richard Schneider. Quelle: Berliner Zeitung 2003-03-29. Bild: Archiv.]