2003-04-10
abi-Magazin untersucht Berufschancen der Sprachmittler
Das von der Bundesanstalt für Arbeit herausgegebene Berufswahl-Magazin abi hat in seiner Ausgabe 3/2002 die Berufschancen für Sprachmittler untersucht. Das Heft wird kostenlos an Abiturienten verteilt. 
    Der Artikel zeichnet im Wesentlichen ein zutreffendes Bild. Leider stützt sich der Autor aber fast ausschließlich auf Aussagen des damals im BDÜ für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Vizepräsidenten Norbert Zänker. Der gesamte Text ist deshalb von dem BDÜ-Glaubenssatz „Das Leben ist ein Jammertal und Übersetzern geht es besonders schlecht“ durchzogen.
    Stellen für unsere Berufsgruppe sind „dünn gesät“, der Bedarf ist „nicht so groß, dass ein Absolventenjahrgang problemlos ins Erwerbsleben einmünden kann“, die Erfolgsaussichten auf dem Markt sind „schwierig“, „für Dolmetscher und Übersetzer mit Abschlüssen wie Bachelor und Diplom gibt es nur recht wenige Offerten“, in Krankenhäusern „eröffnet sich für einige wenige Dolmetscher ein neues Feld“, der Markt „stagniert“ und wird „in einigen Bereichen sogar enger“. (Das gilt im Moment aber für alle Berufe – mit Ausnahme der Insolvenzverwalter und Gerichtsvollzieher.)
    Auf jeden Fall dürfte der BDÜ durch eine überzogen pessimistische Einschätzung der Berufschancen wieder einmal ein paar hundert Abiturienten erfolgreich davon abgehalten haben, diesen faszinierenden Beruf zu ergreifen.
    Gut hingegen ist, dass deutlich darauf hingewiesen wird, dass man es in der Berufspraxis meist mit technischen Texten zu tun hat, dass man mit exotischen Sprachen schlechtere Karten hat (oft wird von Berufsberatern das Gegenteil behauptet), und dass es im deutschen Sprachraum eine nicht zu befriedigende Nachfrage nach englischen Muttersprachlern gibt.
    Den vollständigen Artikel können Sie hier als PDF-Datei abrufen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: abi Berufswahl-Magazin 03/2002. Bild: ADÜ Nord.]


Norbert Zänker