2003-04-27
Des Meineids Verdächtigte schiebt Schuld auf Übersetzer
In Niedersachsen stehen zwei 35-jährige Letten vor Gericht, die im Februar 1998 in Laatzen für 30.000 Mark einen Auftragsmord begangen haben sollen.
    Kurz vor Ende des Prozesses meldeten sich überraschend zwei Entlastungszeuginnen. Eine arbeitet in Lettland im Lokal eines Angeklagten, die andere, ebenfalls Lettin, wohnt in der Schweiz. 
    Da sich die Frauen bei ihren Aussagen in Widersprüche verwickelten, sitzen sie seit einigen Tagen wegen Meineidsverdachts in Untersuchungshaft.
    Der Richter gab ihnen noch eine letzte Chance, ihre Äußerungen zu revidieren, um das Schlimmste zu verhindern. Den beiden nicht vorbestraften Frauen, die verheiratet sind und Kinder haben, droht eine Haftstrafe. Sie blieben jedoch bei ihrer zuletzt gemachten Aussage.
    Eine erklärte, wenn sie vorher bei der Polizei etwas anderes erzählt habe, handle es sich um ein Missverständnis oder einen Übersetzungsfehler.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Hannoversche Allgemeine 2003-04-17. Bild: Archiv.]