2003-05-26
Diplom-Sprachmittler Joachim Zeller neuer Vorsitzender der Berliner CDU
In einer Kampfabstimmung wurde am Samstag der Diplom-Sprachmittler und Slawist Joachim Zeller (50) auf einem Landesparteitag zum neuen Vorsitzenden der Berliner CDU gewählt. Er setzte sich gegen den ehemaligen Finanzsenator Peter Kurth (43) durch. Die Kandidaten traten für die beiden annähernd gleich großen Lager an, die sich in der Berliner CDU seit langem erbitterte Grabenkämpfe liefern. (Was der Wähler zuletzt mit einem katastrophalen Wahlergebnis von 23,8 Prozent quittierte.)
    Zeller gilt als Schützling des ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Frank Steffel, der seine Kandidatur unterstützt hatte. Steffel wiederum ist politisches Ziehkind des kiezverhafteten konservativen Lagers um den früheren Regierenden Bürgermeister Diepgen.
    Der weltläufigere Gegenkandidat Kurth wird dem Reformflügel der Berliner CDU zugerechnet. Er genießt die Unterstützung der Bundespartei.
    Zeller kam im oberschlesischen Oppeln auf die Welt und wuchs im brandenburgischen Luckenwalde auf. Sein Slawistik-Studium in Berlin schloss er als Diplom-Sprachmittler ab. Von 1977 bis 1992 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Bibliothek der Berliner Humboldt-Universität. 
    Erst dann begann seine politische Karriere als Bezirksverordneter und später als Gesundheits- und Umweltstadtrat. 2001 war er ein halbes Jahr lang kommissarisch Berliner CDU-Generalsekretär. Nach dem Rücktritt von Landeschef Eberhard Diepgen im Februar 2002 übernahm er für drei Monate dessen Amtsgeschäfte. Seit Mai 2002 war Zeller stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner CDU. Zeller ist Bürgermeister des Bezirks Mitte.
    Zeller trat der CDU nach dem Fall der Mauer bei. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.


Joachim Zeller (links) und Strippenzieher Frank Steffel 

[Text: Richard Schneider. Quelle: Berliner Morgenpost 2003-05-24, Märkische Oderzeitung 2003-05-25. Bild: Zeller.]


Joachim Zeller