2003-05-30
Den Bibel-Übersetzern geht die Arbeit nicht aus 
Die Bibel wurde in 405 Sprachen komplett übersetzt, das Neue Testament in 1.034 und einzelne Teile in weitere 864 Sprachen. Das ist enorm. Bedenkt man aber, dass derzeit auf der Welt rund 6.800 Sprachen gesprochenen werden, ist klar, dass den Bibelübersetzern auch in den kommenden Jahrhunderten die Arbeit nicht ausgehen wird.  
    Auch in Europa gibt es noch viel zu tun, denn von den etwa 220 Sprachen Europas besitzen nur 36 den Rang einer Nationalsprache. Alle anderen sind Regional- oder Minderheitssprachen – oft ohne eigene Bibelübersetzung.
    Der Aufgabe, Bibelübersetzungen zu erstellen, hat sich unter anderem der Wycliff e.V. verschrieben. Die Organisation kommt ursprünglich aus den USA und ist in Deutschland seit 40 Jahren aktiv. Hier arbeiten 140 Mitarbeiter, weltweit beschäftigt Wycliff rund 5.300. Die Organisation finanziert sich ausschließlich durch Spenden.
    Richard Steinbring von Wycliff Deutschland berichtet über die Schwierigkeit, die zahlreichen Bilder und Metaphern der Bibel für den jeweiligen Kulturkreis treffend zu übersetzen.
    So symbolisiert die Schlange bei uns etwas Schlechtes, Unreines. In Teilen Afrikas ist sie aber eine Delikatesse. Wie ist dann folgende Bibelstelle am besten zu übertragen? „Zeige mir einen Vater, der seinem Sohn eine Schlange statt einem Fisch anbietet.“ Die Lösung: In Afrika wird aus der Schlange ein Aal gemacht, der dort die gleichen Attribute hat wie bei uns die Schlange.
    Steinbring hat mit seiner Familie zehn Jahre im indonesischen Teil von Papua-Neuguinea gelebt und arbeitete dort an der Übersetzung der Bibel und der Alphabethisierung.
    Mehr zur Arbeit der Bibelübersetzer von Wycliff in der Siegener Zeitung.
[Externer Link. Möglicherweise nicht mehr gültig.]
[Text: Richard Schneider. Quelle: Siegener Zeitung 2003-05-26. Bild: Wycliff.]