2003-07-30
„Die müssen schon etwas können.“ In Hückeswagen und Wipperfürth sind Polizei und Gericht mit den Sprachmittlern zufrieden
„Im Jahr 2000 haben wir eine Ausschreibung gemacht, bei der sich Dolmetscher bewerben konnten“, sagt der Pressesprecher der Kreispolizei Hückeswagen (NRW), Joachim Höller. „So sind wir an einen Stamm sehr guter Übersetzer verschiedener Sprachen gekommen. Wenn nötig, schalten wir auch professionelle Übersetzungsbüros ein.“ Auch aus der landesweiten Liste werden Dolmetscher ausgewählt. Auf jeden Fall schaut man erst ins Umland, ob es dort geeignete Kandidaten gibt.
    „Besonders bei einer schwer wiegenden Sache, beispielsweise einem Tötungsdelikt, brauchen wir hoch qualifizierte Leute“, so Höller. Richter Armin Lührs, Leiter des Wipperfürther Amtsgerichts, ergänzt: „Die müssen schon etwas können, denn zum Teil wird auch simultan übersetzt.“
    Polizei und Gericht fühlen sich gut gerüstet und sind bislang mit jedem Fremdsprachenproblem fertig geworden. Auch mit denjenigen Gaunern, die sich nicht daran erinnern wollen, welche Sprache sie eigentlich sprechen. 
    „Übersetzungen von Russisch und Türkisch sind bei uns gar kein Problem“, versichert der Polizeisprecher. „Wir haben Mitarbeiter im Haus, die beide Sprachen perfekt beherrschen.“
    Und wenn die Sprache zu exotisch und kein Dolmetscher aufzutreiben ist? Joachim Höller entschieden: „Das haben wir noch nicht gehabt.“
    Siehe hierzu auch unser Dossier.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Rheinische Post, 2002-12-20. Bild: Polizei NRW.]