2003-08-03
Immer weniger Menschen lernen Deutsch als Fremdsprache
Derzeit lernen weltweit 20 Millionen Menschen Deutsch als Fremdsprache. Das Interesse ist in Russland am größten, wo 4,7 Millionen Menschen Deutsch lernen. Auch in Polen hat die deutsche Sprache mit 2,2 Millionen Lernern einen guten Stand. Im Kommen ist Deutsch auch in Finnland, Griechenland, Japan und Mexiko.
    Diese Zahlen wurden auf dem Jahrestreffen des Internationalen Deutschlehrerverbandes genannt, zu dem sich Vertreter aus 80 Ländern vom 24. bis 28. Juli in Jena trafen.
    In den meisten Ländern geht das Interesse an der deutschen Sprache jedoch deutlich zurück. In Frankreich ist die Zahl der Lernenden in nur fünf Jahren zwischen 1995 und 2000 um rund 10 Prozent auf 1,5 Millionen zurückgegangen. Auch in Dänemark und den USA hat das Interesse – meist zugunsten von Spanisch – spürbar nachgelassen.
    Der Direktor des Instituts für Auslandsgermanistik an der Universität Jena, Professor Hans Barkowski (56), kritisiert: „Es gibt keine deutsche Sprachenpolitik.“ Der Deutschunterricht an ausländischen Schulen müsse stärker unterstützt und die Zahl der Kulturinstitute erhöht werden.
    Sein Kollege Prof. Hermann Funk, ebenfalls von der Uni Jena, ergänzt: „Zudem ist nicht einzusehen, dass deutsche Politiker im Ausland ihre Muttersprache nicht ebenso selbstbewusst verwenden wie ihre französischen Amtskollegen – erst recht nicht, wenn sie das Englische nur mangelhaft beherrschen.“
[Text: Richard Schneider. Quelle: europa.tiscali.de, 2003-07-24; Informationsdienst Wissenschaft, 2003-07-18; Stern, 2003-07-30. Bild: Barkowski, Funk.]

Hans Barkowski


Hermann Funk