2003-08-09
Magdeburger Studentin Anett Richter schrieb Terminologie-Diplomarbeit bei UNO in New York
Fünf Monate lang recherchierte die frisch gebackene Diplom- Fachübersetzerin (FH) Anett Richter (23) bei der UNO in New York für ihre Diplomarbeit.
    Am Hauptsitz der UNO treffen 191 Nationen aufeinander, die in sechs Amtssprachen miteinander kommunizieren. „Die richtige Übersetzung von Begriffen ist beispielsweise bei Resolutionen enorm wichtig“, sagt Richter, die die Terminologiearbeit der Organisation eingehend unter die Lupe nahm. 
    Sie kommt zu folgendem Ergebnis: „Bei den UN werden die Begriffe bei Übersetzungen oft nicht einheitlich verwendet.“ Um dem abzuhelfen, liefert sie in ihrer Arbeit auch gleich etliche Verbesserungsvorschläge, die von den deutschen UN-Terminologen positiv aufgenommen wurden.
    Den Kontakt zur German Translation Section (GTS) der Vereinten Nationen hatte Prof. Dr. Hans Schwarz (54) vom Studiengang Fachkommunikation der Hochschule Magdeburg-Stendal hergestellt. Schwarz gegenüber dem Übersetzerportal: „Anett Richter ist bereits die zweite Studentin, der ich die Chance bieten konnte. Übrigens handelte es sich in beiden Fällen nicht um Praktikantenstellen, sondern um befristete Arbeitsverhältnisse im Rahmen von Mutterschaftsvertretungen, so dass auch die Finanzierung kein Problem darstellte.“
    Die Leiterin der GTS war Zweitbetreuerin der Diplomarbeit und wirkte an der Abschlussprüfung mit. Hans Schwarz: „Die Abschlussprüfung wurde in den Räumen der German Translation Section bei den Vereinten Nationen in New York abgelegt. Es handelte sich dabei um das abschließende ,Kolloquium zur Diplomarbeit', andernorts ,Verteidigung' genannt.“
    Aber nicht nur zu internationalen politischen Organisationen, sondern auch zu Unternehmen der Wirtschaft pflegt die Magdeburger Hochschule gute Beziehungen. „Das geht von SKET bis Siemens“, so Schwarz. Der Fachbereich versuche, die Praxis so früh wie möglich in das Studium einzubinden.
    „Ich lasse Diplomarbeiten grundsätzlich – Ausnahmen bestätigen die Regel – in Industrieunternehmen und sonstigen Organisationen und Institutionen schreiben“, so Schwarz. „Da ist es nur folgerichtig, dass die Zweitbetreuung und -benotung durch einen Angehörigen/eine Angehörige dieser Institution erfolgt. Denn selbstverständlich ist die Diplomarbeit stets mit einem Praktikum o. ä. an Ort und Stelle verbunden.“ 
    In der Vorbereitungsphase besucht Schwarz zunächst die sich anbietenden Institutionen. Er informiert sich über das Arbeitsumfeld und lernt die Mitarbeiter und potenziellen Zweitbetreuer der Diplomarbeit kennen. Dann wählt er unter den interessierten Studenten den geeigneten Kandidaten aus. „Eine solche ,Handvermittlung' bietet stets eine hohe Erfolgsgarantie, was sich in einer recht hohen Übernahmequote bemerkbar macht“, erklärt Schwarz, der in Magdeburg für den Bereich Fachübersetzen Englisch-Deutsch zuständig ist.
    Der 1994 mit 20 Studenten gestartete Magdeburger Studiengang „Fachkommunikation“ erfreut sich wachsender Beliebtheit. Zurzeit sind 400 Studenten eingeschrieben.
    Den Artikel der Volksstimme können Sie hier lesen. Die Internet-Präsenz des Fachbereichs Fachkommunikation der Hochschule Magdeburg-Stendal finden Sie hier.
[Externe Links. Möglicherweise nicht mehr gültig.]
[Text: Richard Schneider. Quelle: Volksstimme Magdeburg, 2003-08-08. Bild: Volksstimme.]

Anett Richter mit Hans Schwarz in New York