2003-08-21
LKA Berlin zieht Konsequenzen aus Dolmetscheraffäre
Als Konsequenz aus der Dolmetscheraffäre will das Landeskriminalamt (LKA) Berlin künftig alle Dolmetsch- und Übersetzungsaufträge über ein einziges externes Übersetzungsbüro abwickeln.
    Dieses soll im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung ermittelt werden. Nach Angaben von LKA-Leiter Peter-Michael Haeberer (58), einem studierten Anglisten, wurden bereits entsprechende Kriterien erarbeitet.
    Durch die Auslagerung der Entscheidung, welcher Dolmetscher zum Einsatz kommt, soll verhindert werden, dass Polizeibeamte weiterhin darauf Einfluss nehmen, mit welchem Dolmetscher sie zusammenarbeiten. „Ein Vertrauensverhältnis besteht grundsätzlich mit der Behörde und nicht mit dem einzelnen Ermittlungsbeamten“, so Haeberer. Durch die Vergabe an ein externes Büro sieht er seine Beamten „vor Fehltritten geschützt“.
    Im Rahmen einer Übergangslösung wurde beim LKA bereits eine Art Lieferschein eingeführt. Beim Betreten eines Polizeigebäudes erhält jeder Dolmetscher nun einen Laufzettel, den er nach geleisteter Arbeit von einem Beamten abzeichnen lassen und beim Verlassen der Dienststelle wieder abgeben muss. Dies soll Luftrechnungen verhindern.
   Außerdem soll so ermittelt werden, wer von den rund 750 von der Berliner Polizei eingesetzten Dolmetschern wie häufig beschäftigt wird. Ergeben sich dabei Unstimmigkeiten, „bekommt jemand ein echtes Erklärungsproblem“, so Haeberer.
    Siehe hierzu auch unser Dossier.
[Text: Richard Schneider. Quelle: taz, 2003-08-01. Bild: Polizei Berlin.]