2003-09-04
Kanton Luzern: Übersetzungskosten der Justiz haben sich in neun Jahren verfünffacht
Im Kanton Luzern haben sich die Übersetzungskosten der Justiz von 1992 bis 2001 fast verfünffacht – von umgerechnet 32.000 Euro auf rund 156.000 Euro pro Jahr.
    Hauptgrund sind die länger und aufwändiger gewordenen Gerichtsverfahren. „Die Ansprüche der Gerichte an die Beweisführung sind klar gestiegen“, erklärt Staatsanwalt Rudolf Isenschmid. Dies gelte aber nicht nur für Verhandlungen mit ausländischen Beteiligten.
    Ebenfalls eine Rolle spielt der gestiegene Ausländeranteil unter den Prozessbeteiligten. 1992 lag er bei allen Gerichten zusammen bei rund 28 Prozent, 2001 bei fast 35 Prozent. Diese Zahlen sind allerdings nur eine Momentaufnahme. Weil die Gerichte keine Statistiken über die Staatszugehörigkeit der Beteiligten führen, wurden Stichproben für die Jahre 1992 und 2001 durchgeführt.
    Eine weitere Ursache für lange, übersetzungsintensive Prozesse ist laut Kantonsregierung die bei schweren Delikten „geringere Bereitschaft für Geständnisse bei Angehörigen aus den Balkanstaaten“.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Neue Luzerner Zeitung, 2003-09-01. Bild: Archiv.]