2003-09-23
Kennedy-Dolmetscher Robert H. Lochner in Berlin verstorben
Der amerikanische Dolmetscher und Journalist Robert H. Lochner ist vorgestern im Alter von 84 Jahren in seiner Berliner Wohnung gestorben.
    Lochner war es, der 1963 mit Robert F. Kennedy im Rathaus Schöneberg im Amtszimmer des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt die Aussprache des Satzes „Ich bin ein Berliner“ einübte.
    Lochner kam 1918 als Sohn des Journalisten Louis P. Lochner in New York zur Welt. Sein Vater arbeitete von 1924 bis zum Eintritt Amerikas in den Zweiten Weltkrieg als Korrespondent der Nachrichtenagentur Associated Press in Berlin. So wuchs Lochner in der deutschen Hauptstadt auf. Nach dem Abitur 1936 ging er zum Studium in die USA.
    Von 1941 bis 1945 leitete er den Deutschen Dienst von NBC. Nach dem Krieg wirkte er entscheidend am Aufbau neuer Medien in Deutschland mit. Er war unter anderem Leiter der Nachrichtenabteilung der vier US-Zonensender, Chef-Kontrolloffizier von Radio Frankfurt und Chefredakteur der Neuen Zeitung Frankfurt. Von 1958 bis 1961 wirkte er als Leiter der europäischen Abteilung der Stimme Amerikas in Washington. 1961 bis 1968 war er Direktor des Rundfunks im amerikanischen Sektor (RIAS) Berlin. 1971 wurde er Direktor des Internationalen Instituts für Journalismus und Berlin-Vertreter der Amerikanischen Handelskammer. 
    Lochner ist Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes.

Links zum Thema
2003-04-25 Topfit mit 84: Kennedy-Dolmetscher Robert H. Lochner
2002-12-04 Kennedy: „Die Fremdsprachen wollen wir lieber den Damen überlassen.“ Neues Buch von Kennedy-Dolmetscher Robert H. Lochner

[Text: Richard Schneider. Quelle: Yahoo News, 2003-09-22. Bild: CNN, Lochner.]


Robert H. Lochner


Lochner mit Kennedy


In jungen Jahren