2003-09-28
Der Dolmetschdienst des Berner Parlaments
Nicht nur im Europaparlament in Straßburg, sondern auch im Schweizer Parlament in Bern geht es mehrsprachig zu. Dort wird aus den Ausgangssprachen Deutsch, Französisch und Italienisch in die Zielsprachen Deutsch und Französisch gedolmetscht.
    Zurzeit besteht der Dolmetschdienst aus zwei Dreierteams für die Sprachen Deutsch und Französisch. Ein weiteres Team für Italienisch soll demnächst hinzukommen.
    Die Dolmetscher erhalten für die rund 55 Sitzungstage pro Jahr ein Festgehalt. Die übrige Zeit arbeiten sie als Lehrer, freiberufliche Sprachmittler oder in den EU-Institutionen. Pro Dolmetschtag erhalten sie in der Schweiz 1.100 Franken plus Spesen. Die UNO zahlt oft nicht einmal die Hälfte dieses Betrags.
    Den vollständigen Artikel über die Dolmetscharbeit im Schweizer Parlament können Sie bei Swissinfo lesen.
 
64 % der Menschen, die in der Schweiz leben, sprechen Deutsch, 19,5 % Französisch, 6,6 % Italienisch und weniger als 0,5 % Rätoromanisch.
    Die letzte Volkszählung hat ergeben, dass der Anteil der in der Schweiz Ansässigen, deren Muttersprache keine Landessprache ist, seit 1950 ansteigt. Im Jahr 2000 lag er bei 9,5 %. Sprachen wie Serbisch, Kroatisch, Albanisch, Portugiesisch, Spanisch, Englisch, Türkisch und Kurdisch werden inzwischen von jeweils wesentlich mehr Leuten gesprochen als Rätoromanisch.
    1990 hatten noch 0,6 % der Bevölkerung angegeben, Rätoromanisch als Hauptsprache zu verwenden, 2000 waren es nur noch 0,46 % oder rund 34.000 Personen.


Blick aus einer der beiden Dolmetschkabinen im Schweizer Parlament in Bern

[Text: Richard Schneider. Quelle: Swissinfo, 2003-09-26. Bild: Swissinfo.]