2003-09-29
Ivanka Kobsch: als blinde Übersetzerin beim Otto-Versand
Ivanka Kobsch ist Übersetzerin beim Otto-Versand. In einem Großraumbüro übersetzt sie Texte für alle Bereiche des Hauses aus dem Englischen ins Deutsche. Die Aufträge bekommt sie per E-Mail zugeschickt.
    Die Besonderheit: Kobsch ist kurz nach der Geburt erblindet. Deshalb ist ihr Computer mit zusätzlicher Soft- und Hardware ausgestattet. Ein Sprachausgabemodul liest ihr den Text vor, daher trägt sie einen Kopfhörer. Außerdem benutzt sie eine unterhalb der Tastatur platzierte Braille-Zeile, in der hervortretende Stifte den Text in Blindenschrift abbilden.
    Nach einem Studium der Anglistik an der Uni Hamburg arbeitete Kobsch zunächst zwei Jahre als Führerin in der Erlebnis-Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ in der Hamburger Speicherstadt. Dort wurde sie bei einem Seminar von der Personalreferentin des Otto-Konzerns entdeckt, die ihr ein Praktikum anbot. Daraus ist inzwischen eine Festanstellung geworden.
    Nicht wenige Blinde oder Sehbehinderte ergreifen den Beruf des Übersetzers. Die Uni Mainz-Germersheim ist seit über zehn Jahren darauf vorbereitet. Mehrere Arbeitsplätze in den Computerräumen sind blindengerecht ausgestattet und werden auch eifrig genutzt.
    Den vollständigen Artikel können Sie im Hamburger Abendblatt lesen.
[Externer Link. Möglicherweise nicht mehr gültig.]
[Text: Richard Schneider. Quelle: Hamburger Abendblatt, 2003-09-27. Bild: Dialog im Dunkeln, Archiv.]

Ivanka Kobsch


Braille-Zeile