2003-12-31
15. Januar 2004: Tag der offenen Tür am IALT Leipzig
Seit dem Wintersemester 2002/2003 ist das Leipziger Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT) im Geisteswissenschaftlichen Zentrum (GWZ) in der Beethovenstraße untergebracht, gegenüber der Universitätsbibliothek „Albertina“. Der Tag der offenen Tür am 15. Januar bietet eine gute Gelegenheit, das neue Gebäude und die 1994 gebaute Dolmetschübungsanlage einmal aus der Nähe zu betrachten (und eine Reise nach Leipzig von der Steuer abzusetzen). Aus dem Programm:
  • 13.30-14.15 Uhr, Dr. Wladimir Kutz: Einblick in die Ausbildung von Konferenzdolmetschern (mit Vorführung der Dolmetschtrainingsanlage). Ort: Dolmetschtrainingsanlage im Keller des Seminargebäudes.
  • 12.00-13.00 Uhr und 13.00-14.00 Uhr, Professor Dr. Eberhard Fleischmann: Fragestunde zum Dolmetscher- und Übersetzerstudim, Geisteswissenschaftliches Zentrum (GWZ), Beethovenstraße 15, Haus 5, Raum 5.16.
  • 13.15 Uhr und 14.15 Uhr: Infotreff mit dem Fachschaftsrat ALuTI in der Dolmetschtrainingsanlage im Keller des Seminargebäudes.
Zur Geschichte der Leipziger Sprachmittlerausbildung heißt es auf den Internetseiten des Instituts:
In der Universitätsstadt Leipzig wurden schon zwischen 1937 und 1945 Übersetzer und Dolmetscher an verschiedenen privaten und öffentlichen Schulen ausgebildet. Die 1945 entstandene kommunale „Fremdsprachenschule der Stadt Leipzig“ wurde 1949 in eine staatliche Fachschule umgewandelt. Vier Jahre später wurde daraus die „Fachrichtung Dolmetscher und Übersetzer“ des neugegründeten Pädagogischen Instituts Leipzig. Am 1. September 1956 erfolgte schließlich die Gründung des Dolmetscherinstituts als akademische Ausbildungseinrichtung an der Karl-Marx-Universität, die 1409 als „Alma mater Lipsiensis“ gegründet wurde und nach der Universität Heidelberg die zweitälteste Uni Deutschlands ist. Am 24. Januar 1969 wurde die „Sektion Theoretische und Angewandte Sprachwissenschaft (TAS) für die Ausbildung in fremdsprachigen Philologien“ einschließlich der Abteilung Sprachmittlung (für die Übersetzer- und Dolmetscherausbildung) gegründet. Im Dezember 1993 wurde nach tief greifenden Umstrukturierungen dank des Einsatzes von Prof. Anita Steube das „Institut für Sprach- und Übersetzungswissenschaft“ (ISÜW) eingerichtet, das seit 1999 „Institut für angewandte Linguistik und Translatologie“ (IALT) heißt. Das Institut gehört zur Philologischen Fakultät, der zweitgrößten von insgesamt 14 Fakultäten der Universität Leipzig.
    Die Übersetzungswissenschaft ist ein traditioneller Schwerpunkt nicht nur des Standorts Leipzig, sondern auch der heutigen Ausbildung am IALT. 1965 wurde an der damaligen TAS die weltweit erste internationale Tagung zur Übersetzungswissenschaft durchgeführt, der seither vier weitere Tagungen zu Grundfragen der Übersetzungswissenschaft folgten, deren Ergebnisse international rezipiert wurden und den Ruf der „Leipziger übersetzungswissenschaftlichen Schule“ begründeten. Diese oft kurz „Leipziger Schule“ genannte Richtung der Übersetzungswissenschaft war zunächst stark linguistisch und lexikalisch orientiert, mit Schwerpunkten im Bereich slawischer Sprachen, vereint aber Wissenschaftler wie Otto Kade (der „Translation“ als Oberbegriff für das Übersetzen und Dolmetschen einführte), Albrecht Neubert, Heide Schmidt und Gerd Wotjak.
    Auch die Fachsprachenforschung ist eng mit Leipziger Wissenschaftlern verbunden, beispielsweise mit Rosemarie Gläser, die 1985 half, den wissenschaftlichen Kontakt zwischen Germersheim und Leipzig zu knüpfen [Anm.d.Red.: 1997 wechselte dann Peter A. Schmitt von Germersheim nach Leipzig], oder auch Klaus-Dieter Baumann und Lothar Hoffmann. Wie intensiv in Leipzig geforscht wurde, zeigt sich auch daran, dass die Leipziger Schriftenreihe „Linguistische Arbeitsberichte“ (LAB) über 100 Bände umfasst, die Reihe „Übersetzungswissenschaftliche Beiträge“ zwölf Bände, von den unzähligen Publikationen in anderen Werken ganz abgesehen.

Das Geisteswissenschaftliche Zentrum (GWZ) in der Beethovenstraße, Sitz des IALT


Die 1994 gebaute Dolmetschübungsanlage. In der Mitte der Dozentenplatz

Link zum Thema
IALT Leipzig www.uni-leipzig.de/~ialt
[Text: Richard Schneider. Quelle: IALT Uni Leipzig. Bild: IALT, Fleischmann, Schmitt, Drechsel.] www.uebersetzerportal.de


Eberhard Fleischmann


Peter A. Schmitt