2004-01-01
Neue Rechnungsvorschriften: fortlaufende Nummerierung, USt.-Id.nr. ersetzt Steuernummer
Ende letzten Jahres wurde in Deutschland mit dem Steueränderungsgesetz 2003 die Rechnungsrichtlinie 2001/115EG umgesetzt. Daraus ergeben sich für unsere Berufsgruppe folgende Änderungen, die ab 1.1.2004 gelten:
  • Rechnungen müssen fortlaufend nummeriert werden.
  • Die eigene Steuernummer muss man nicht mehr angeben, stattdessen reicht die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.
Viele Kollegen haben bislang bewusst undurchschaubare Rechnungsnummern vergeben, damit Außenstehende keinen Einblick in die eigene (miese) Auftragslage erhalten. Üblich waren auch Nummerierungen pro Kunde oder pro Tag. Das geht nun nicht mehr.
    Die ab 1.7.2002 vorgeschriebene Angabe der Steuernummer war aus Datenschutzgründen umstritten. Viele Steuerberater empfahlen, sie nicht anzugeben, da keine Sanktionen drohten. Jetzt ist das Problem vom Tisch, es reicht die Angabe der missbrauchssicheren Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.
 
Jede Rechnung, die Selbstständige anderen Unternehmern ausstellen, muss also ab sofort folgende Punkte enthalten (fehlt einer, kann das Finanzamt den Vorsteuerabzug des ausgewiesenen USt.-Betrags verweigern):
  • Name und vollständige Anschrift des Ausstellers.
  • Name und vollständige Anschrift des Empfängers.
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (oder Steuernummer) des Ausstellers.
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Empfängers, falls die Rechnung ins Ausland geht.
  • Rechnungsdatum.
  • Fortlaufende, einmalig vergebene Rechnungsnummer aus „einer oder mehreren Zahlenreihen“.
  • Umfang und Art der Leistung.
  • Zeitpunkt der Leistung (falls nicht identisch mit Rechnungsdatum).
  • Nettobetrag der einzelnen Rechnungsposten.
  • Nettogesamtbetrag. (Wurden bereits Rechnungen für Vorauszahlungen ausgestellt, müssen diese Beträge von der Endrechnung abgezogen werden.)
  • Umsatzsteuersatz und Umsatzsteuerbetrag. (Rechnungen ohne Umsatzsteuer sind zu begründen, z.B. mit „umsatzsteuerbefreit als Kleinunternehmer“ oder „umsatzsteuerfrei nach § 4 Nr. 21 UStG“.)

Außerdem ergeben sich aus dem Gesetz folgende Neuerungen für Selbstständige: 
    Ab 2004 muss die Umsatzsteuervoranmeldung auf den Tag pünktlich abgegeben werden. Schon ein Tag Verzug kann einen Verspätungszuschlag nach sich ziehen. Für die Zahlung (per Überweisung) sind drei Tage Terminüberziehung erlaubt (bisher fünf).
    Ab 2005 muss die Umsatzsteuervoranmeldung elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden. Voranmeldungen auf Papier sind dann nur noch auf Antrag „zur Vermeidung unbilliger Härten“ erlaubt.
    Der Vorsteuerabzug von Reisekosten ist nun auch offiziell wieder erlaubt. Allerdings nur, soweit man dafür ordnungsgemäße Quittungen besitzt. Aus Reisekostenpauschalen darf weiterhin keine Vorsteuer herausgerechnet werden.
    Neben der Steuernummer und der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird in absehbarer Zeit jeder Steuerzahler eine Steuer-Identifikationsnummer erhalten.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Informationen von Marisa Manzin im U-FORUM, Mediafon. Bild: Archiv.] www.uebersetzerportal.de