2004-01-19
„Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess“ – Ausstellung in Schwabach
Ab Freitag, 23. Januar, wird im Gerichtsgebäude des Amtsgerichts Schwabach (Weißenburger Straße 8, 91126 Schwabach) die Fotoausstellung „Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess“ gezeigt. Die Ausstellung wurde von Dr. Theodoros Radisoglou, der selbst Übersetzer und Dolmetscher ist, im Auftrag des BDÜ-Landesverbands Bayern zusammengestellt und war bereits an verschiedenen Orten zu sehen.
    Die 60 Fotografien von Ray d’Addario, der seinerzeit im Dienst der US-Army stand, und die Auszüge aus den Sitzungsprotokollen des Prozesses vermitteln einen Eindruck von der Atmosphäre dieses außergewöhnlichen Verfahrens. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Rolle der Dolmetscher und Übersetzer. Die Bilder geben zudem einen Einblick in die damaligen Arbeitsbedingungen. Immerhin kann der Prozess als die Geburtsstunde des Simultandolmetschens angesehen werden. Bei vier Arbeitssprachen – Englisch, Französisch, Russisch und Deutsch – hätte das zuvor übliche Konsekutivdolmetschen das Verfahren über Gebühr in die Länge gezogen.


Auf der Anklagebank: (vorne v.l.n.r.) Hermann Göring, Rudolf Heß (der offenbar keinen Dolmetscher/Kopfhörer benötigt), Joachim von Ribbentrop, Wilhelm Keitel; (hinten v.l.n.r.) Karl Dönitz, Erich Raeder, Baldur von Schirach
[Text: Norbert Koschyk (BDÜ-LV Bayern), 2004-01-20. Bild: FAZ, Deutsches Historisches Museum Berlin.] www.uebersetzerportal.de


Richard Sonnenfeldt, Chefdolmetscher beim Nürnberger Prozess, auf der Frankfurter Buchmesse 2003