2004-02-08
Hessen drängt auf Stärkung der deutschen Sprache in EU
Die hessische Landesregierung will die Stellung der deutschen Sprache in der Europäischen Union stärken. Das Kabinett beschloss, im Bundesrat einen Entwurf zur Gleichberechtigung der deutschen Sprache auf europäischer Ebene einzubringen. 
    „Die derzeit in Brüssel erörterten Reformmodelle laufen ganz klar auf eine Benachteiligung der deutschen Sprache gegenüber anderen Sprachen, insbesondere Englisch und Französisch, hinaus“, erklärte Ministerpräsident Roland Koch (45, CDU). Ein Beleg dafür seien die rund 240.000 Ausschreibungen pro Jahr, die fast ausschließlich auf Englisch oder Französisch veröffentlicht würden. Das sei vor allem für kleine und mittlere deutsche Unternehmen von Nachteil, die sich die Texte auf eigene Kosten übersetzen lassen müssten.
    Deutsch wird laut Koch von rund 91 Mio. Bürgern als Muttersprache gesprochen. „Keine Sprache ist in der EU so weit verbreitet wie die deutsche“, so der Ministerpräsident. Hinzu kämen 36 Mio. EU-Bürger, die Deutsch als Zweit- oder Drittsprache sprächen. Mit der Ost-Erweiterung der EU werde sich die Zahl der Deutsch sprechenden EU-Bürger noch einmal erhöhen, da Deutsch als Fremdsprache insbesondere im Osten traditionell stark verbreitet sei. Auch deshalb sei es zwingend geboten, Deutsch auch als Arbeitssprache in der EU zu verankern.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Wiesbadener Kurier, 2004-02-03. Bild: www.roland-koch.de.] www.uebersetzerportal.de

Roland Koch