2004-04-10
Das AKAD-Fernstudium zur Vorbereitung auf die Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer. Ein Erfahrungsbericht
Christina Lange-Horn hat sich von Mai 2001 bis Oktober 2003 bei der AKAD Stuttgart im Fernstudium auf die Prüfung zur „Staatlich geprüften Übersetzerin für Französisch“ vorbereitet.
    Der Anlass: Der befristete Arbeitsvertrag der studierten Historikerin lief aus. Da sie ein Jahr ihres Geschichtsstudiums in Frankreich verbracht hatte, wollte sie einen Qualifikationsnachweis für ihre Französischkenntnisse erwerben und künftig freiberuflich als Übersetzerin arbeiten. Für die berufstätige Mutter eines vierjährigen Kindes kam nur ein Fernstudium in Frage.
    Eine Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer bietet in Deutschland nur die AKAD an. Die beiden anderen Großen der Fernlehrgangsbranche, ils (Hamburg) und sgd (Pfungstadt) besitzen kein entsprechendes Lehrangebot. Alle drei finanzieren sich ausschließlich über Studiengebühren und beziehen keine öffentlichen Fördermittel.
    Nachfolgend einige Passagen aus dem Erfahrungsbericht von Christina Lange-Horn:
Die erste Phase meines Fernstudiums beherrschen Einsamkeit und Selbstzweifel – eine Erfahrung, die jeder Fernschüler macht. Ohne Kontakt zu anderen Studierenden kämpfe ich mich durch französische und deutsche Grammatik, französische und deutsche Landeskunde, Wirtschaftsfranzösisch, fertige Übersetzungen an. [...]
    Meine ganze Selbstdisziplin – nach übereinstimmender Meinung von Studierenden und Dozenten eine der wichtigsten Eigenschaften von Fernschülern – ist gefordert. Je tiefer ich in die Materie eindringe, desto größer werden meine Selbstzweifel. Besonders die Übersetzungen aus meinem dicken Übungsbuch lassen mich verzweifeln, denn nach der Korrektur erkenne ich zwischen lauter roten Verbesserungen kaum noch meinen Text. [...]
    Glücklicherweise gibt es in meinem Studiengang Präsenzunterrichtsphasen, was es nicht in jeder Schule und nicht bei jedem Fach gibt. [...]
    Die Euphorie der Anfangstage, als ich wie andere glaubte, auf Grund meiner guten Vorbildung die Ausbildung relativ leicht bewältigen zu können, ist längst einer realistischen Einschätzung gewichen. Selbst die zweisprachig aufgewachsene Miriam gibt zu: „Wie schwer Übersetzen tatsächlich sein kann, habe ich erst mit dem Lehrgang kapiert.“
Das Ergebnis der Prüfung vor dem Oberschulamt in Karlsruhe: Fünf von zehn Kandidaten sind durchgefallen. Alle AKAD-Prüflinge, darunter auch Christina Lange-Horn, haben bestanden. Den vollständigen Artikel können Sie im Darmstädter Echo lesen.
 
Christina Lange-Horn, M.A., lebt in Darmstadt. Nach einem Studium der Mittleren und Neueren Geschichte und einer journalistischen Ausbildung ist sie als Lehrerin in der Erwachsenenbildung und als Journalistin tätig. Seit Ende 2003 arbeitet sie außerdem als Übersetzerin für Französisch.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Darmstädter Echo, 2004-04-02. Bild: AKAD.] www.uebersetzerportal.de


AKAD-Chef 
Prof. Dr. Josef Foschepoth