2004-04-14
Wenn Patienten kein Deutsch verstehen – Wie das Universitätsspital Zürich mit der zunehmenden Sprachenvielfalt umgeht
Was tun, wenn eine Frau mit Wehen in der Geburtenabteilung liegt und nur Mongolisch spricht? 22,5 Prozent der im Kanton Zürich lebenden Wohnbevölkerung sind Ausländer. Das macht sich auch im Universitätsspital Zürich bemerkbar, dem größten Krankenhaus der Schweizer Wirtschaftsmetropole. 
    Wie in anderen Kliniken greift man in der Regel auf Laiendolmetscher aus den eigenen Reihen zurück, denn für die Sprachmittlung steht nur ein begrenztes Budget zur Verfügung. „Nicht alles, was wünschbar wäre, ist deshalb möglich“, sagt Kinderkrankenschwester Heidi Rennhard. Sie ist Beauftragte des Projekts Interkulturelle Kommunikation am Universitätsspital Zürich und hat ein Onlineverzeichnis mit den Sprachkenntnissen der 5.500 Mitarbeiter erstellt. Auch die wichtigsten religiösen und kulturellen Gebräuche sind abrufbar. Am häufigsten übersetzt werden derzeit Türkisch, Albanisch, Serbokroatisch, Thai und Tamilisch. Im Zürcher Oberländer heißt es:
«Oft begreifen fremdsprachige Patientinnen etwas, wenn man es in einfachen Worten erklärt», beobachtet Rennhard. Manchmal reichen die Deutschkenntnisse nicht. In solchen Fällen behelfen sich Ärzte und Pflegende mit Modellen wie Puppen, Piktogrammen oder Kunstorganen. Doch in gewissen Situationen führt kein Weg an einer korrekten sprachlichen Verständigung vorbei.
    «Man kann einer Patientin nicht ohne Worte erklären, warum sie noch zehn Tage Antibiotika nehmen muss. Besonders dann nicht, wenn sie findet, dass es ihr besser geht», sagt Rennhard. Ebenso sei es für deutschkundige Angehörige extrem belastend und beinahe unzumutbar, einem Angehörigen übersetzen zu müssen, dass er todkrank ist und nicht mehr lange zu leben hat.
Rennhard absolviert ein berufsbegleitendes Studium „Interkulturelle Kommunikation“ an der Uni Luzern und schreibt an einer Semesterarbeit zum Thema Interkulturalität im Gesundheitswesen.
    Den vollständigen Artikel können Sie im Zürcher Oberländer lesen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Der Zürcher Oberländer, Anzeiger von Uster, 2004-04-13. Bild: Unispital Zürich.] www.uebersetzerportal.de

Heidi Rennhard mit einer Demonstrationspuppe