2004-07-22
Babys sind Generalisten. Spracherwerb verengt Weltsicht
Die 6.000 derzeit auf der Erde gesprochenen Sprachen repräsentieren völlig unterschiedliche Weltsichten, da sie bei der Beschreibung der Umwelt jeweils andere Aspekte für wichtig erachten. Wenn dem so ist, dürften Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, die noch nicht sprechen können (Kleinkinder), noch dieselbe Weltsicht besitzen.
    Susan Hespos von der Vanderbilt- und Elisabeth Spelke von der Harvard-Universität haben dazu Versuche mit fünf Monate alten Säuglingen durchgeführt, die diese These bestätigen. Bei Wissenschaft online heißt es dazu:
Alles in allem ein Beleg dafür, dass es nicht die Sprache selbst ist, die unser Denken erst in bestimmte Bahnen lenkt. Vielmehr engt sie unsere eigentlichen Möglichkeiten offenbar in gewisser Hinsicht sogar ein gedankliche Konzepte, die im Baby noch angelegt sind, verkümmern zunehmend durch den Gebrauch einer Sprache, die sich dieser Denkwege nicht bedient. Vom noch nicht sprechenden potenziellen Generalisten werden wir also automatisch, durch das ständige Verbessern unserer individuellen Ausdrucksfähigkeit, irgendwann zum sprechenden Spezialisten der kann manches ziemlich gut, anderes aber eben nicht mehr.
Den vollständigen Artikel können Sie bei Wissenschaft online lesen. 
[Externer Link. Möglicherweise nicht mehr gültig.]
[Text: Richard Schneider. Quelle: Wissenschaft online, 2004-07-22. Bild: Archiv.] www.uebersetzerportal.de